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19.06.15:17
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Tag 170 - Kurz und die Bonmot-Politik

Man kann nur sagen: Respekt, Herr Kurz. Die Taktik, ein scheinbar visionäres Bonmot fallen zu lassen und dann ohne jede nähere Definition in die Tiefen der Unerreichbarkeit abzutauchen, geht in der Tat voll auf. Denn auf die Medien, die vor allem in Wahlkampfzeiten im Rudel brav jedem Stocki hinterherhecheln und es brav apportieren, ist eben Verlas. Und der neue ÖVP-Chef bedient sich dieser Systematik besser als jeder andere. Vor einiger Zeit schenkte Kurz dem Volk das Versprechen, unter seiner Regentschaft würde es dereinst eine Steuersenkung geben, die sich gewaschen hätte. Bis zu 14 Milliarden Euro weniger müssten die Österreicher nach Umsetzung seiner Idee bezahlen. Als es jedoch darum ging, eine exakte Gegenrechnung für dieses kühne Vorhaben, das schon so viele seiner Vorgänger wieder jede Realität vollmundig angekündigt hatten, zu offenbaren, war vom sagenhaften Reformer nicht mehr zu hören als der nächste Populismus-Hit, nämlich die Ausländer von den Sozialtöpfen fern zu halten (was nicht nur marktschreierisch ist, sondern auch garantiert niemals die gewünschten Einsparungseffekte hätte). In der Zwischenzeit hat der Außenminister die nächste Ankündigung getroffen, und zwar: Die Mittelmeer-Route für Flüchtlinge möge doch bitte geschlossen werden. Diese Story, sich bei den zunehmend fremdenfeindlichen Menschen des Landes als schonungsloser europäischer Macher zu präsentieren, ist hingegen fast schon fahrlässig. Denn es gibt nachweislich keinen einzigen seriösen Experten in diesem Land, der dieses Unterfangen in Kenntnis der nordafrikanischen Partner auch nur irgendwie für möglich hält. Das jedoch ist Kurz einigermaßen egal, denn auch in diesem Fall geht es in erster Linie um die Magie des Scheins, weshalb er ein nachvollziehbares Konzept gelassen schuldig bleiben darf. Seine einzige Empfehlung: Bei der Schließung der Balkan-Route hätte man ihn auch nicht ernst genommen. Dass es sich dabei um einen lächerlichen Vergleich handelt (es lebe der Unterschied zwischen der Paktfähigkeit von Balkanstaaten und jener eines Staates wie Libyen), und dass dieser "Erfolg" nur deshalb möglich bleibt, weil der teuer erkaufte Türkei-Deal funktioniert, das sind im Geschäft der oberflächlichen Politik vernachlässigbare Größen. Das Schließen der Mittelmeer-Route ist unter den aktuellen Bedingungen de facto nicht möglich, das Ringen um menschliche Lösungen im großen Stil braucht daher wahre Visionäre, die in Jahrzehnten denken. Und nicht nur bis zum 15. Oktober.

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12.06.14:05
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Tagebuch-Pause wegen Sommergrippe

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11.06.20:09
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La Decima

6:1, 6:4, 6:1, 6:1, 6:4, 6:3, 6:0, 6:1, 6:0, 6:1, 6:2, 6:2, 6:2, 6:3, 6:4, 6:0, 6:2, 6:3, 6:1! Unfassbar ist das. In sieben Spielen der French Open gab Rafael Nadal keinen einzigen Satz ab. Mehr noch, der spanischen Sandplatzkönig, der vor genau einem Jahr Paris wegen einer Handgelenksverletzung abgesagt hatte, musste nicht einmal in einem einzigen Satz in einer Verlängerung auf sieben Games oder gar in ein Tie-Break. Statt dessen ließ er seinen sieben Gegnern insgesamt lediglich 35 Games, also im Schnitt fünf pro Spiel. Das ist so sagenhaft, dass einem die Worte fehlen. Nur zweierlei sollte noch erwähnt werden. Diese Dominanz rückt auch die Leistung von Dominic Thiem in ein anderes Licht. Der junge Österreicher war nicht so schlecht, wie viele (und er selbst) behauptet hatten. Er war einfach nur genauso chancenlos gegen den Superstar von Paris, der besser denn je und in der Form seines Leben spielt. Jetzt hat Nadal seinen ersehnten La Lecima, den zehnten Triumph bei den French Open. So viele Siege bei einem Grand-Slam-Turnier hat es in der Historie zuvor noch nie gegeben. Insgesamt hat der 31-Jährige jetzt 15 Grand-Slam-Titel, nur mehr drei weniger als Roger Federer. Und wer die aktuelle Nadal-Form gesehen hat, kann erahnen. Der Mann hat noch einiges vor. Die Jagd auf den Rekordsieger hat begonnen. Wir dürfen uns auf Wimbledon freuen.

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11.06.16:53
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Tag 162 - Ich, Papa

Der Vatertag hat de facto keine Bedeutung in meinem Leben. Schon mein eigener Vater hat die Tatsache, dass es ein solches Ereignis gibt, immer nur mit mildem Spott zur Kenntnis genommen. Und meine Einstellung ist diesbezüglich nicht viel anders, wiewohl sich der Tag längst zu einem beachteten Event und Geschäftsmodell entwickelt hat (an dem im übrigen viele Geschichten und Bilder über Papas in den sozialen Netzwerken auftauchen, und das mag ich). Dennoch habe ich meiner Tochter ein Leben lang erklärt, dass ich einen kalendarisch verordneten Dankes- und Ehrentag irgendwie sonderbar finde. Mehr noch, weil ich es ja war, der sich ein Kind gewünscht hat und sich daher im Gegenzug für meine selbstverständliche Liebe kein kindliches Brimborium wünscht und erwartet. Zumal ich ohnehin das Gefühl habe, dass meine Tochter so viel so gerne gibt. So oder so habe ich ohne zu zögern das Angebot des Kurier angenommen, anlässlich des heutigen Vatertags ein Essay über meine Papa-Tochter-Gedanken zu verfassen. Das ist der Text, den ich auch an dieser Stelle mit großer Leidenschaft dokumentieren will. Gewidmet dem wichtigsten Menschen meines Lebens.

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10.06.23:53
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Schlag' den Toni!

Es gibt TV-Ereignisse, die sind so abenteurlich elend gestaltet, dass man sie einmal unbedingt gesehen haben muss, um erzählen zu können: Ja, so etwas gibt es. Jene Sendungen, die so derartig zum Genieren sind, dass es einem tatsächlich die Gänsehaut aufzieht. Dazu braucht es nur einen völlig schmerzbefreiten Boulevardier, der ein Show-Format namens "Schlag den Toni" entwickeln ließ, in welchem - kein Schmäh - der Quizmaster Toni Polster, die Moderatorin Philippa Strache (beide bekommen vorgefertigte Gags zum Aufsagen) und der Starkandidat Norbert Hofer heißen. Der volksnahe, witzelnde ehemalige Präsidentschaftskandidat sitzt bei oe24.at und beantwortet unter vom band eingespieltem Applaus Dodelfragen. Trauriger kann man sein Prominentendasein kaum fristen. Meine Bitte an die Leserschaft: Hier kurz reinschauen. Und wenn es nur ein paar wenige Minuten sind. Diesen Grusel muss man gesehen haben!

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09.06.23:29
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Nadal ist Nadal

Vor zwei Tagen schrieb ich auf Facebook: "Grandios, Dominic Thiem! Wirklich begeisternd! Ein Vergnügen, das zu sehen! Der junge Österreicher hat sich in Paris ohne Satzverlust bis ins Viertelfinale der French Open geballert und jetzt gerade auch den Titelverteidiger Novak Djoković mit 7:6, 6:3, 6:0 aus dem Turnier geschossen. Und wie! Das war spieltaktisch, schlagtechnisch, läuferisch und vor allem mental heute Tennis auf allerhöchstem Niveau. So sehr, dass Dominic Thiems Gegner sagenhaft früh im Match resigniert hat. Vielleicht sogar resignieren musste. Nun wartet am Freitag im Halbfinale Sandplatzkönig Nadal. Das wird ganz sicher noch viel schwieriger. Aber wer weiß, vielleicht ist Österreich demnächst eine Art Dom.Rep." Nun, darauf werden wir noch ein wenig warten müssen, denn der neunfache Paris-Sieger war ohne Zweifel eine Nummer zu groß für Thiem. Der Österreicher erwischte zwar einen richtig schwachen Tag (vor allem erster Aufschlag, Rückhand und Beweglichkeit waren nicht so zwingend wie zuletzt), aber trotzdem muss gesagt sein: Nadal ist Nadal ist Nadal. Und der hat im Unterschied zu seinem Gegner nicht nur schon sehr, sehr viele Matches auf dem Court Central gespielt, sondern befindet sich außerdem in der vielleicht besten Form seines Lebens. Dem Spanier gehört in der Welt des Spitzentennis daher ganz sicher die Gegenwart. Aber diesem Thiem gehört die Zukunft. Es war ein grandioses Turnier für ihn. Weitere werden folgen. Daher bedanke ich mich an dieser Stelle. Das Zuschauen war ein Fest.

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09.06.18:55
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Tag 160 - VdB ist sauer

Heinz Fischer gefiel sich ja in der Rolle, die Tagespolitik nicht zu kommentieren, womit er auch die Bedeutung des Amtes im eigenen Sinn des ständigen Raushaltens auf ein Minimum reduzierte. Alexander Van der Bellen macht das besser. Er ruft als Bundespräsident die Regierungsparteien jetzt zur Ordnung auf. Dass die Kompromissbereitschaft in Zeiten des Wahlkampfs eher zurückgeht, sei verständlich, so wie derzeit gehe es aber nicht. Und das ist noch milde ausgedrückt. "Ich werde langsam sehr, sehr ungeduldig", sagte VdB, und damit teilt er die Einschätzung von fast allen Beobachtern des rotschwarzen Stegreiftheaters. Konkret geht es dem Präsidenten um die gegenseitigen Blockaden beim Schulpaket, der Forschungsmilliarde und der Studienplatzfinanzierung. "Da muss ich sagen, setzt euch wieder an den Tisch. Mit der Zukunft unserer Kinder und Jugendlichen spielt man nicht. Über das Schulpaket wird seit Jahren verhandelt. Die Mehrheit sagt, dass es Schritte nach vorne, zum Besseren sind. Wenn es nicht perfekt ist, ist es halt nicht perfekt, aber dann macht man einmal diese Schritte." Bei den Universitäten sei es wiederum unumgänglich, die Zusagen zur Forschungsmilliarde und zur Studienplatzfinanzierung umzusetzen. "Auch darüber wird seit Jahren verhandelt. Wenn beides nicht kommt, ist aufgrund der Fristen für die Budgetverhandlungen mit den Universitäten womöglich der Ofen bis 2022 zu. So geht das nicht. In allen drei Fällen, Schulpaket, Forschungsmilliarde, Studienplatzfinanzierung, gehören noch im Juni Nägel mit Köpfen gemacht." Seinen Ordnungsruf richtet Van der Bellen vor allem an SPÖ und ÖVP, aber auch an die in die Verhandlungen involvierten Oppositionsparteien. "Der Ball liegt bei der Regierung, gefordert sind alle." Es wird vermutlich nicht das letzte Mal sein, dass sich VdB "sehr, sehr ungeduldig" zu Wort meldet. Denn der Wahlkampf als Bühne für Blockadedemonstrationen ist erst in der Aufwärmphase.

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08.06.22:40
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Demütigung für May

Was für ein Desaster, und ich kann mir den Satz "Recht geschieht ihr" echt nicht verkneifen. Denn klar ist: Der extrem durchsichtige Plan von Theresa May ist definitiv nicht aufgegangen. Als die Premierministerin Neuwahlen ausrief, ließ sie sich - wie schon so viele ihrer Berufskollegen - von den Meinungsforschern leiten. Wie so oft ging es nicht um Visionen für ein Land, sondern um den Ausbau von Macht und das Spiel mit dem Instrumentarium namene Volk. Und wie so oft ging genau das so richtig daneben. Großbritanniens First Lady ging mit der Illusion, einen bedeutenden Sieg zu erringen, schlafen und wachte als Watschengesicht wieder auf. Sie wollte ihre Position für die Verhandlungen mit der EU über den Austritt des Vereinigten Königreichs mit einem Zuwachs der Mandate stärken, statt dessen verlor sie die Absolute Mehrheit. Was für eine Demütigung! Und was für ein Beweis dafür, wie wenig Politiker von den vielen Fehlern ihrer Vorgänger zu lernen bereit sind. Denn ein Jahr zuvor hatte David Cameron mit der Abstimmung über einen Brexit ebenfalls gepokert und hoch verloren, weshalb er zurücktreten musste. Jetzt könnte seine Nachfolgerin das selbe Schicksal ereilen. Der machtpolitische Taschenspielertrick einer Entscheidung für Neuwahlen misslang, der Bumerang hat May tief in der Magengegend getroffen. Und es wird wohl nicht der letzte Tiefschlag gewesen sein. United Kingdom ist voller Raffinesse.

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08.06.16:59
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Tag 159 - Jeannée & Fellner

Ich habe das jenseitig schlammige Duell in den vergangenen Tgen ganz bewusst ignoriert. Aber die Reaktion des Presserats ist aus meiner Sicht so gelungen, dass ich sie der Leserschaft nicht vorenthalten will. Die Mitteilung eines Lesers zum via Artikel ausgetragenen Streit zwischen Österreich-Herausgeber Wolfgang Fellner und Krone-Kolumnist Michael Jeannée blieb nämlich ohne Folgen. Und das ist gut so. Jeannée hatte Fellner vorgeworfen, auf der Titelseite seiner Juxpostille zum Tod von Ex-Vizekanzler Alois Mock einen "Gag" auf Kosten des Verstorbenen geliefert zu haben. Die Schlagzeile hatte gelautet "Mock: Bewegender Parkinson-Tod". Dazu formulierte der Aufsatzschreiber der Krone, das gehöre "mit zum Widerwärtigsten, was Sie als Herausgeber und Chefredakteur zu verantworten haben". Ob er sich wegen des sonderbaren Wortbilds zu recht empörte oder nicht, soll an dieser Stelle wegen Belanglosigkeit nicht weiter erörtert werden. Es folgte jedenfalls die prompte Reaktion beim Boulevard-Konkurrenten. Unter dem Titel "Die dreckigen Fantasien des Michael Jeannée" und gezeichnet mit "Die Redaktion von 'Österreich'" wird vor allem auf Jeannées unterstellten Alkoholkonsum während des Schreibens Bezug genommen. Beide Kommentare waren freilich voll von sprachlich limitierten persönlichen Beleidigungen und Untergriffen, und dennoch halte es der Senat des Selbstkontrollorgans "nicht für zielführend, diesen speziellen Fall aufzugreifen und in einem Presseratsverfahren die problematischen Äußerungen medienethisch zu beurteilen". Denn, und das ist die richtige Einschätzung: "Das Niveau der beiden Kolumnen spricht für sich." Was nicht mehr heißt als: Das mediale Duell zweier Befetzungsschädeln ist schlicht und einfach zu tief und zu unwürdig, um sich damit auf seriöser Ebene zu beschäftigen. Was bleibt, ist jedoch ein Presserat-Urteil, das ganz sicher seine Berechtigung hat: "Der Streit rückt nicht nur die betroffenen Zeitungen in ein schlechtes Licht, sondern ist für die gesamte Branche blamabel."

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07.06.19:07
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Moores Trumpileaks

Derzeit ist die Festnahme einer 25-jährigen Frau, die vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA an die Website The Intercept weitergegeben haben soll, in den USA ein riesiges Gesprächsthema. Donald Trump hatte ja angekündigt, mit aller Macht gegen Leaks und die Weitergabe geheimer Informationen vorzugehen. Da trifft es sich gut, dass der verlässlich provokante Filmemacher Michael Moore eine Enthüllungsplattform für Mitarbeiter der Regierung von US-Präsident Donald Trump gestartet hat. Das ist zwar in der Tat ziemlich dreist, andererseits scheint jedoch derlei Gratwanderung in der aktuellen Ära notwendiger denn je. Auf "Trumpileaks" können Whistleblower jedenfalls Informationen, Dokumente, Fotos, Video- und Audio-Dateien an Moore und sein Team schicken. Ziel sei es, "Verbrechen, Lügen und allgemeines Fehlverhalten" Trumps und seiner Mitarbeiter aufzudecken und die USA so vor "Tyrannei" zu bewahren. Die Website richte sich an "patriotische Amerikaner in der Regierung, Strafverfolger", aber auch Menschen im Privatsektor. Interessant wird die Reaktion des Präsidenten auf Moores Offensive. Denn eines ist auszuschließen: Dass Trump gelassen über den Dingen steht. Filmemacher Michael Moore ("Bowling For Columbine") hat eine Enthüllungsplattform für Mitarbeiter der Regierung von US-Präsident Donald Trump gestartet. Auf "Trumpileaks" können Whistleblower Informationen, Dokumente, Fotos, Video- und Audio-Dateien an Moore und sein Team schicken. Ziel sei, damit "Verbrechen, Lügen und allgemeines Fehlverhalten" Trumps und seiner Mitarbeiter aufzudecken und die USA so vor "Tyrannei" zu bewahren. Die Website richte sich an "patriotische Amerikaner in der Regierung, Strafverfolger", aber auch Menschen im Privatsektor. Oscar-Gewinner Die Website kommt fast zeitgleich zur Festnahme einer 25-jährigen Frau, die vertrauliche Informationen des Geheimdienstes NSA an die Website "The Intercept" weitergegeben haben soll. Trump hatte angekündigt, mit aller Macht gegen Leaks und die Weitergabe geheimer Informationen vorzugehen. - derstandard.at/2000058879484-374/Michael-Moore-startet-Enthuellungsplattform-fuer-Whistleblower

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07.06.12:41
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Tag 158 - Tassilo statt Frank

Es ist schon erstaunlich, mit welcher Beharrlichkeit manche einen Spuk verlängern wollen. So haben sich die letzten Getreuen des Team Stronach beispielsweise nicht zusammengesetzt, um sich ein nettes Abschiedsfest nach den Jahren ihrer sonderbaren Bewegung zu überlegen, sondern statt dessen allen Ernstes eine Strategie für ein neuerliches Antreten bei der Wahl im Herbst. Das ist schon verdammt nahe dran am völligen Verlust von Würde. Faktum ist: Das Team sucht einen Spitzenkandidaten. Was daran liegt, dass Patron Frank bekanntlich mit seinem Spielzeug nix mehr zu tun haben will. Sowie daran, dass Robert Lugar hinter den Kulissen erzählt, warum er nicht selbst als Spitzenkandidat in den Ring steigen kann. Ihm fehle es nämlich am internen Rückhalt. Das muss man in Anbetracht der Parteigröße auch erst einmal zusammenbringen. Also verdichten sich die Gerüchte, dass Tassilo Wallentin erster Repräsentant werden soll. Das ist jener Rechtsanwalt, der in seiner wöchentlichen Kolumne in der Kronen Zeitung wesentlich dazu beiträgt, dass die Ausländerfeindlichkeit im Land zuverlässig auf großer Flamme weiter vor sich brodelt. Was für eine Kombination an konstruktiven politischen Geistern. Darauf haben wir alle gewartet. Allerdings ist bis dato noch nicht einmal geklärt, wie die Partei überhaupt heißen soll. Team Stronach ist ja nicht mehr passend, so ganz ohne Stronach (wenngleich sich der eitle Mann immerhin noch für die ORF-Sommergespräche engagieren ließ). Lugar tendiert derzeit jedenfalls zu "Team für Österreich", lautmalerischer wäre jedoch sicher "Team Tassilo". So oder so, gesichert ist: Das Satireprojekt lebt weiter. Das Team Stronach sucht für die Nationalratswahl am 15. Oktober einen neuen Spitzenkandidaten. Nachdem Parteigründer Frank Stronach nicht mehr an Bord ist, gebe es derzeit "konkrete Gespräche" mit einem möglichen neuen Spitzenmann, bestätigte Klubobmann Robert Lugar am Freitag einen Bericht des Nachrichtenmagazins "Profil". Laut APA-Informationen könnte es sich dabei um den bekannten "Krone"-Kolumnisten und Rechtsanwalt Tassilo Wallentin handeln. Wallentin war in der Vergangenheit bereits bei der einen oder anderen Veranstaltung des Team Stronach aufgetreten, um dort seine Sicht der politischen Lage darzulegen. Suche dauert noch Lugar: "Ich kann zum Namen nichts sagen, weil es noch nicht so weit ist und ich die Person in keinster Weise kompromittieren möchte." In "ein bis zwei Wochen" soll der neue Spitzenkandidat aber präsentiert werden. Wallentin zeigte sich am Freitag auf APA-Anfrage überrascht. "Gerüchteküche", meinte der "Krone"-Kolumnist. Er werde von vielen Politikern kontaktiert, es gebe derzeit aber "nix Konkretes". Neben einem neuen Spitzenkandidaten soll das Team Stronach auch einen neuen Namen bekommen. Eine Variante wäre laut Lugar "Team für Österreich" – "wenn man den Namen Stronach weglässt". Es seien aber auch andere Namen möglich. Der Klubobmann will der Entscheidung seiner Partei nicht vorgreifen. - derstandard.at/2000058660531/Team-Stronach-sucht-neuen-Spitzenkandidaten

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06.06.23:06
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Besuch bei Arabella

Das war ein richtig netter Ausflug mit Gabriele Kuhn. Wir zwei waren als Paaradox-Duo zum Radiosender Arabella eingeladen, um dort eine Stunde über Liebe, Ehe und Alltag zu plaudern - und zwar im Rahmen der Sendung "Hitparade meines Lebens". Das heißt: Wir durften Songs nennen, die auf irgendeine Weise unser Dasein stark geprägt haben. Und die wurden dann auch gespielt. Also nicht alle natürlich. Denn so manche unverzichtbare musikalischen Wegbegleiter von Anton Bruckners 8. Sinfonie über Georg Danzers "Strandbrunzer-Tango" bis zu "Number of the Beast" von Iron Maiden passte nicht so ganz ins Radiokonzept. Am Ende war die Mischung aber echt sehr fein. Und bei "Bridge over troubled water" wurden allerschönste Erinnerungen wach. An unsere Hochzeit 2005 in der Südsteiermark.

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Es ist schön,

auch nach vielen gemeinsamen Jahren noch immer sagen zu können: "Hörst du, sie spielen UNSER Lied."
Alex 09.06.2017, 10:26
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06.06.17:46
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Tag 157 - Widerstand gegen Trump

Das allerdings ist schon ziemlich bemerkenswert. Quer durch die gesamten Vereinigen Staaten zieht sich der lautstarke Widerstand gegen den von Donald Trump verkündeten Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen. Aus Protest hat jetzt immerhin, und das darf schon als eine Art Befehlsverweigerung betrachtet werden, der amtierende amerikanische Botschafter in China gekündigt. Nach Angaben von US-Medien unterrichtete der Geschäftsträger David Rank seine Botschaftsmitarbeiter bei einer Versammlung in Peking persönlich von dem Schritt. Die US-Botschaft wollte derweil nur bestätigen, dass der Karrierediplomat "eine persönliche Entscheidung getroffen" habe. Auch der frühere New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sperrt sich mittlerweile gegen die Entscheidung des Präsidenten. Er veröffentlichte eine an die UNO adressierte Erklärung, in der sich fast tausend führende Vertreter aus Politik, Wirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen zu den global vereinbarten Klima-Zielen (eine Reduktion klimaschädlicher Treibhausgase bis zum Jahr 2025 um 26 Prozent) bekennen. Zu den Unterzeichnern gehören mehr als hundert Bürgermeister sowie Gouverneure von Bundesstaaten. Auch Großunternehmen wie Apple, Amazon, Google, Facebook oder Microsoft schlossen sich der Initiative mit dem Namen "We Are Still In" an. Mehr Watschen kann man an einen amerikanischen Präsidenten gar nicht verteilen (obwohl dieser gar so schmerzbefreit scheint). Zumal laut einer Umfrage der Washington Post und des TV-Senders ABC auch eine sehr deutliche Mehrheit der US-Bürger gegen Trumps Entscheidung ist. 59 Prozent lehnen den Ausstieg ab. Trump selber dürfte das alles nicht rasend beeindrucken. Noch nicht. Denn wenn der Druck aus der eigenen Bevölkerung weiterhin so rasant wächst, wird es wohl zu wenig sein, die Medien als Überbringer der Nachrichten zu geißeln. Mehr noch, da der Beweis, dass die Umkehr in der Klimapolitik den Amerikanern Jobs verschaffen würde, noch lange nicht erbracht sein wird. Wir haben jedenfalls schon Wetten laufen: Wie lange bleibt Trump im Amt? Ich gestehe jedoch: Ich habe auf die vollen vier Jahre gesetzt.

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05.06.13:31
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Der Boulevard-Sturm

Seit Stunden werden via Twitter und Facebook von den Meteorologen des Landes Warnungen formuliert. Demnächst soll nämlich ein Sturm über Österreich brausen, der Spitzen von bis zu 110 km/ erreichen könnte. Diese nahende Gefährdung von Mensch und Ding wird auch ordnungsgemäß von den Medien übernommen und online gestellt. Die Schlagzeile "Sturmwarnung" ist zudem immer ein Garant für Klicks. Daher müssen sich die Apokalyptiker aus dem Hause Fellner schon etwas besonderes einfallen lassen, um die Konkuurenz hinwegzufegen. Und schon wird aus dem drohenden Sturm ratzfatz ein Orkan gemacht, vor dem sich das Volk in Sicherheit bringen soll. Dass es für die Wind-Kategorien aus sehr gutem Grund klare Vorgaben gibt, ist jenen, die Panik als Geschäftsmodell pflegen, freilich völlig egal. Denn ein Orkan ist tatsächlich erst ein solcher, wenn mindestens 117 km/h gemessen werden. Aber ich kann die Angstproduzenten richtig hören: "Wurscht, Leute, wegen die paar km/htscherln lass'ma uns doch net den Titel z'sammhauen." Boulevard und Verantwortung haben nun einmal nichts miteinander zu tun.

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05.06.17:09
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Tag 156 - Felipes Ansage

Kaum hat die designierte Grünen-Bundessprecherin und stellvertretende Landeshauptfrau Ingrid Felipe die erste dezidierte Ansage gemacht, prasselt schon die Kritik auf sie ein. Wer so ultimative Ansagen mache, dürfe sich über Wählervertreibung nicht wundern. Ich denke, das genaue Gegenteil ist der Fall. Laut Felipe wäre ÖVP-Innenminister Wolfgang Sobotka ein No-Go, was eine eine etwaige Zusammenarbeit mit der Volkspartei nach der Nationalratswahl am 15. Oktober betrifft. Originalzitat in der APA: "Mit ihm kann ich mir das nicht vorstellen. Es gibt aber Teile der ÖVP, mit denen ich gut kann". Zunächst müsse aber einmal abgewartet werden, "welchem Flügel sich der designierte ÖVP-Chef, Außenminister Sebastian Kurz, zuwenden wird. "Aber auch mit anderen Parteien gibt es Schnittmengen – bis auf die FPÖ", stellt Felipe einmal mehr klar. Es werde generell darum gehen, mit den "progressiven Kräften bzw. den Reformkräften der anderen Parteien zum Wohle Österreichs zusammenzuarbeiten. Und darum, dass wir keine Rechtspopulisten in der Regierung haben – und ich sage bewusst Rechtspopulisten und meine damit nicht nur die FPÖ." Eine der ganz wenigen Trümpfe der Grünen im nahenden Wahlkampf, so werde ich nicht müde zu betonen, ist die Wiederherstellung eines kantigen Profils. Das lange Jahr, das massiv und folgenschwer von der strategischen Vorsicht zum Wohle einer Wahl Van der Bellens geprägt war, ist nun definitiv vorbei. Je klarer die Linie, je distanzierter das Verhältnis zur Rudelbildung im rechten Spektrum, und je widerspenstiger die Lust auf eine Weiterentwicklung und Neupositionierung der Partei, desto größer die Chance, jene Wähler zu aktivieren, die sich im Sinne eines demokratiepolitischen Ausgleichs engagieren wollen. Ein Nein zu Sobotka ist das Mindestmaß an Mut und Verantwortung, das von Grünen im Sinne einer Aufbruchstimmung erwartet werden muss. Was dem dringend folgen muss: Die laute und deutliche Definition des Ja. Wofür steht das moderne Grün?

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