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17.05.21:47
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Tag 137 - Die unfassbare Geschichte

Bekanntermaßen tue ich das selten. Aber heute will und muss ich an dieser Stelle eine Kurier-Geschichte verlinken, die mich in ihrer Wucht extrem erschüttert hat. Ich habe sogar getwittert, dass es sich bei der Erzählung eines österreichischen Schicksals um einen der bewegendsten Artikel meines Lebens handelt. Aufwühlend und verstörend. Denn es ist am Ende unfassbar, wie viel eine Menschenseele ertragen kann. Die Autorin hat sich für das Gespräch mit dem tragischen Protagonisten, der dennoch nie den Glauben an das Leben und die Liebe verloren hat, offensichtlich sehr viel Zeit genommen, so ausführlich und vor allem einfühlsam ist der Text geschrieben. So muss qualitativer Journalismus aussehen. Nicht reißerisch, sondern voller empathischer Klarheit. Bitte lesen!

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16.05.23:55
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Tag 136 - Umfaller-FPÖ

Unter dem Titel CETA und "Oida!" wird morgen auch auf Facebook dieser Beitrag erscheinen:

Vor meinem geistigen Auge sehe ich immer ein blau tapeziertes Kellergewölbe, in dem einander FPÖ-Thinktanker zum Jour-fix-nocheinmal treffen, um Krisenstrategien zu entwickeln. Dabei vertrauen sie ausschließlich auf den Großmeister des Verdrehungsgeschwurbels, Herbert „Reim' was!“ Kickl sowie auf das einzig aufliegende Buch „Oida! 99 Wege aus der Scheißgasse“.
Das Ritual ist immer das gleiche: Die Tagesordnungspunkte des Parteiseppeltums werden der Reihe nach abgearbeitet, was aus zwei Gründen viel Zeit in Anspruch nimmt: Erstens vermehren sich die FPÖ-Probleme auch abseits der tückischen Einzelfalle mit erstaunlicher Zuverlässigkeit gemäß Hydra-Effekt. Und zweitens dauert es mitunter elendslang, ehe eine Idee zur kalmierenden Kommunizierung geboren wird. Dass diese Ideen des öfteren von abenteuerlicher Absurdität getragen sind, liegt in der Natur der Sache. Denn wenn man die Bevölkerung – fiktiv betrachtet – beispielsweise davon überzeugen will, dass die Erde bis Herbst 2017 tatsächlich noch eine Scheibe war, nun aber dank eines international anerkannten Modellierungsgeschicks der Regierungspartei FPÖ zur Kugel wurde, dann ist es zwangsläufig so, dass die Argumente trotz mantraartigen Aufsagens des Leitspruchs „Sie werden sich wundern, was alles gehen wird“ nicht in bunter Vielfalt vom Himmel fallen.
Und genau so ist es auch bei CETA, das die oppositionellen Populismusexperten jahrelang als Machwerk des Teufels postuliert haben. Und zwar so sehr, dass ein Unterzeichnen des Vertrags nahe der Verrücktheit angesiedelt wurde. Weshalb es nicht nur die publikumswirksame Forderung gab, das umstrittene Handelsabkommen unbedingt einer „verbindlichen Volksabstimmung“ (als gäbe es auch eine unverbindliche) zu unterziehen, sondern auch die Parole, eine solche ohne Wenn und Aber zur Koalitionsbedingung zu machen. Das entpuppt sich jetzt als blöde G'schicht und als dringender Fall für den Krisenkeller.
Denn mittlerweile hat ausgerechnet jene Partei, die ihrer Wählerschaft bei jeder Gelegenheit mit Pomp und Trara ihre Unerbittlichkeit offenbart hat, ihr „Nein zu CETA“ ruckizucki auf dem Altar der Machtgier geopfert (und wer von den Gewölbe-Denkern hätte bitteschön ahnen können, dass der koalitionäre Supertauschhandel mit der Absage an das generelle Rauchverbot kein Coup, sondern ein Schuss ins Knie werden würde?).
So ein bitterer Kompromiss erscheint zwar im politischen Geschäft nicht wirklich ungewöhnlich, es ist nur so: Wenn man das rotschwarze Umfallen jahrelang als dumpfe Kampfpolemik einsetzt und dann in einer der bedeutendsten Fragen der eigenen Haltung seine aufmunitionierten Leute verrät, braucht es natürlich Verkaufspläne vom Feinsten. Und zwar solche, die nicht von jedem Menschen augenblicklich als Meilenstein der Verarschung entlarvt werden. Knifflig.
Also wurde getüftelt und als hart antrainierte Exit-Strategie der Schwarze Peter routinemäßig der SPÖ zugeschoben (steht in „Oida“ gleich in Kapitel 1 „Ablenkung durch Sozibashing“). Weiters wurde der Versuch gestartet, man hätte dem stets bekämpften Abkommen mittlerweile „die Giftzähne gezogen“ (Vilimsky), was in Ermangelung jeglicher Nachverhandlung sogar dem größten Ignoranten als fast schon dramatisch peinliche Heldensage erscheinen mag.
Die absolute Königsidee zur Rechtfertigung eines geradezu testimonialhaften Umfallers trug aber der Infrastrukturminister an die Öffentlichkeit. Und ganz ehrlich, man kann Norbert Hofer für den Mut, so eine Erklärung für das CETA-Ja seiner Partei allen Ernstes laut auszusprechen, auch irgendwie Respekt zollen. Nur zur Dokumentierung, er sagte tatsächlich folgendes: „Es gab im Jahr 2016 eine Richtungsentscheidung. Ich habe damals gesagt, ich werde CETA als Bundespräsident nicht unterzeichnen. Und mein Mitbewerber hat gesagt, er wird unterzeichnen. Also die Österreicherinnen und Österreicher konnten entscheiden, welchen Weg sie gehen. Die Mehrheit hat sich dafür entschieden, den Kandidaten zu unterstützen, der CETA unterzeichnen wird. Und damit ist für mich klar, welcher Weg zu gehen ist.“
Chapeau! Das Umfunktionieren einer Bundespräsidentenwahl zur Volksabstimmung zu CETA muss einem erst einmal einfallen. Da wirkt ja vergleichsweise jede Chemtrail-Verschwörung wie gesicherte Wissenschaft. Es ist allerdings anzunehmen, dass eine solche Verteidigungslinie nicht einmal die „Oida!“-Autoren in ihren Ratgeber aufnehmen wollten. Denn da wäre ja die Geschichte von den Elfen, die den armen Norbert entführt und ihm ein Gift mit dem Namen „Ceta c'est moi“ verabreicht haben, wahrscheinlicher. Schade nur, dass der gewitzte FPÖ-Erläuterer seine Argumentation nicht ehrlich eingeleitet hat, mit den Worten: „Liebe Wählerinnen und Wähler, ich will an dieser Stelle etwas wagen, ich habe ja Chuzpe-Experimente so gerne. Und zwar will ich die Frage nähren: Wie viel mühsam ausgedachter Unsinn lässt sich so einem Volk eigentlich reindrücken?“
In diesem Sinne bin ich dafür, dem angewandten Hoferismus zum Akt CETA alsbald Aufnahme in den Duden zu gewähren. Ohne jeden weiteren Kommentar, unter dem Begriff:
Fürvölligdeppertverkaufung, die  

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15.05.21:19
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Tag 135 - Protest auf der Bühne

Etwa 1.200 Besucher haben sich in der Wiener Hofburg eingefunden, um beim zweiten "Austrian World Summit" dabei zu sein. das ist nicht nix. Und obwohl ich Arnold Schwarzenegger schon allein wegen seiner rigiden Haltung zur Todesstrafe niemals als lupenreinen Demokrat und allerehrenwerten Botschafter betrachten werden können, so ist seine Initiative R20 für einen globalen Klimaschutz dennoch sehr bemerkenswert. Begonnen hat der Klimagipfel jedoch mit einer ungewöhnlichen Protestaktion, die auf den ersten Blick als erfreulich mutiges Vorpreschen wirkte, auf den zweiten Blick aber auch Befremden auslöst. Denn natürlich war es ein viel beachteter Effekt, als eine junge Aktivistin der NGO "System Change, not Climate Change" das Rednerpult eroberte, wo Sebastian Kurz gerade die Eröffnungsworte sprechen wollte, um dort in einer kritischen Ansprache die fehlenden Impulse der Regierung bezüglich Umweltpolitik publikumswirksam aufs Tapet zu bringen. „Herr Bundeskanzler Kurz, wir messen Sie und Ihre Regierung an ihren Taten, an Ihren Plänen und an den Projekten, für die Sie sich aussprechen“, sagte die NGO-Sprecherin und sprach zugleich Projekte wie die Förderung fossiler Energie, den Bau der dritten Piste am Flughafen Wien und das Wirtschaftswachstum als Staatsziel an. „Wenn Sie diese Projekte weiter verfolgen, bleiben auch die schönsten Worte nicht mehr als grüne Lügen“, betonte sie, und es gab dafür Applaus. Kurz und das Saalordner-Team ließen sie gewähren, was letztendlich die richtige Entscheidung war, aber der Gedanke, dass jemand ohne Widerstand in so eine Nähe zum Bundeskanzler vordringen kann, finde ich doch irritierend. Nicht auszudenken, was los wäre, käme es plötzlich zu körperlichen Übergriffen - für ein Eingreifen der Sicherheitsleute wäre es dann zu spät. Eine echte Gratwanderung des für Schutzbefohlene. Unabhängig davon war es für Kurz eine extrem schwierige Situation, so sah auch sein Gesicht aus- verunsichert, peinlich berührt. Aber es wäre wohl - Protokoll hin oder her - ganz sicher ein Fehler gewesen, die kritische Rdenerin sanft von der Bühne entfernen zu lassen, denn die Symbolik will niemand provozieren. Also musste er durchhalten, und das tat er am Ende mit größtmöglicher Souveränität. Und nach dem tückischen Intermezzo rundete er die Kritik durchaus gekonnt ab: "Ich habe schon Angst gehabt, Sie lesen meine Rede vor und mir fehlt dann mein Redemanuskript“, sagte er und ergänzte, dass Klimaschutz nun einmal ein Thema sei, das bewegt. Und bei einem müsse er seiner Vorrednerin ohnehin recht geben: „Es geht nicht darum, was gesagt wird, sondern was getan wird.“ Respekt, so gehört das gelöst. Für seine übrigen Ausführungen Marke "nachhaltiges Wachstum" bedarf es keiner größeren Analysen. Da war Schwarzenegger, der in seiner Rede auf die Millionen Toten durch Luftverschmutzung hinwies, schon aussagekräftiger. „Das sind mehr Tote als durch Aids, als durch Tuberkulose, mehr, als durch Kriege getötet werden.“ Der Ex-Gouverneur bezog sich dabei auf eine kürzlich publizierte Studie der WHO, wonach mehr als 90 Prozent der Menschen verschmutzter Luft ausgesetzt sind und rund sieben Millionen Menschen daran jährlich sterben. Wusste ich beispielsweise nicht. Und auch UNO-Generalsekretär Guterres untermauerte in seiner Ansprache die Notwendigkeit eines Bewusstseins: „Jeden Tag sehe ich die Probleme der Welt, aber keines ist so groß wie der Klimawandel.“ Und der Bundespräsident stieß ins gleiche Horn. Man sei an einem Wendepunkt angelangt, nach etwa 50 Jahren der Diskussion müsse etwas geschehen, um den Klimawandel zu stoppen. Van der Bellen machte deutlich, wie

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14.05.23:00
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Tag 134 - Bewegende Tage

Ja, das war überwältigend. Erstaunlich und berührend. Ich habe meinen Website-Text zu Mimis Adieu ausnahmsweise auch auf Facebook gestellt. Wissend, wie viele Menschen schon am Tag zuvor, nachdem Gaby die Nachricht vom Tod unserer geliebten Hündin kundgetan hatte, an diesem tieftraurigen Ereignis auf so besondere Weise Anteil nahmen. Und wieder einmal bestätigte sich, was ich in meinem journalistischen Leben so oft zu meiner Mission gemacht habe: Den Versuch unternehmen, das zu formulieren, was so viele fühlen, kann eine enorm verbindende Wirkung haben. Und da der schmerzhafte Abschied von Hunden und Katzen, Hamstern und Hasen, Pferden und Vögeln, von Tieren, die zu einem fundamental-emotionalen Teil unserer Familien werden, so großen Raum in unserer Daseinskultur einnimmt, habe ich die Welle der Solidarität nicht nur bewegend empfunden, sondern tatsächlich als Sinnbild für die Fähigkeit, Herzlichkeit in Worte zu kleiden (und dass sich in diesem Fall die Sonnenseite eines sozialen Netzwerks wie Facebook offenbart hat, darf ruhig auch einmal erwähnt werden). Daher sage ich voller ehrlicher Freude und Demut: Vielen Dank für die lieben und auch ermutigenden Gedanken, Gefühle und vor allem Geschichten, die vermitteln, dass wir mit unseren Schicksalen nicht alleine sind. Das ist wichtig, sehr sogar, vor allem im Sinne des Wahrnehmens und Verarbeitens. Der Abschied von Mimi liegt nun fast eine Woche zurück, und ganz langsam, nach vielen Gesprächen, Erinnerungen und Tränen, wird es uns möglich, den Schmerz als flüchtigen Komplizen der Natur zu betrachten und mit einem Lächeln an die vielen wunderbaren gemeinsamen Jahre zu denken. Die Leere in unserer Wohnung, die so voller Mimi-Energie ist, setzt uns zwar immer wieder völlig unerwartet emotional extrem zu, aber die Gewissheit, dass wir in der Familie einander haben, um unsere Gefühle jederzeit in tröstenden Worten ausdrücken zu könne, hilft natürlich. Die Erinnerungen sind sehr frisch, aber in Summe eben so schön, dass wir unendlich dankbar sind, uns einst für Mimi als liebevolle Lebensbegleiterin entschieden zu haben. Diese geistigen Bilder habe ich den vielen, vielen Leserinnen und Lesern übermittelt, die mir in den vergangenen Tagen mitunter herzzerreißend schöne Erlebnisse geschildert haben. Wir warten jetzt nur noch auf die Asche. Dann wollen wir gemeinsam in den Wald spazieren, zu jenem Bach, der für Mimi immerzu magische Anziehungskraft hatte, um hineinzuhüpfen und sich im Wasser auszutoben. Dort wollen wir die Asche verstreuen, als rituellen letzten Gruß. Das wird - als Symbol der Liebe - mit Sicherheit noch einmal eine Prüfung für unsere emotionale Verfassung. Aber dieser Akt ist in unserer Wahrnehmung extrem bedeutend, um einen friedlichen und am Ende beglückenden Abschluss finden zu können. Denn ich bin überzeugt, Mimis Seele braucht das, um fliegen zu können.

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06.05.12:00
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Pause bis 13. Mai

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05.05.20:14
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Tag 125 - Kurz & Strache im Paarlauf

Natürlich kennt und erkennt man im Laufe der vielen Jahre und Beobachtungen die Mechanismen der Politik. Man durchschaut Methoden und antizipiert Systeme, hört abseits der Mikrofone und sieht abseits der Kameras. Wie zum Beispiel den Umstand, dass einschneidende Maßnahmen nicht einfach von heute auf morgen aufs Tapet gelangen und allenfalls Verwunderung auslösen, weil sie so unvermutet kommen. Nein, das ist gefährlich und riskant, nur ja keine Verstörung. Gezielte Einschnitte müssen sorgsam vor- und aufbereitet werden, damit diese im Moment des Geschehens und Verkündens nicht wie ein Überraschungseffekt wirken, sondern als längst notwendige, logische und konsequente Verwirklichung eines Plans, der in Wahrheit längst schon Volkes Wille ist. Nur als fiktives Beispiel: Wer das Schulfach Englisch von Gesetz wegen abschaffen will, kann das nicht einfach mit einem handstreich erledigen. Das gehört behutsam eingegeigt. Über Wochen, Monate, mitunter sogar Jahre. Es müssen Argumente gesammelt und gezielt gestreut werden (Englisch ist die Sprache der geldgierigen Börsenspekulanten, Englisch ist die Sprache der bösen Brexitisten, Englisch ruiniert als Einfluss unser deutsch und unsere Kultur, usw.). Der Kanzler muss in leidenschaftlichen Plädoyers wie zufällig wirkenden Nebensätzen immer wieder erwähnen, dass es Alternativen zu Englisch braucht. Der Vizekanzler muss in aggressiven Bierzeltreden und gehässigen Facebook-Postings darauf hinweisen, dass "das alles keiner versteht" und dass "wir uns nicht länger vom eingeschleppten Kommunikationsgrauen narrisch machen lassen dürfen". Der Bildungsminister entwirft bunte Bilder anderer Sprachen, die Wirtschaftsministerin eröffnet demonstrativ Sprachinstitute als Beweis für kommenden Reformeifer, der Infrastrukturminister rechnet die finanziellen Verluste des Standorts durch die Beliebigkeit nbritischer Dialekte vor, und die Stockerl apportierenden Medien basteln Leitartikel, Analyse und Reportagen über das viel zu lange vergessene Umdenken im Sprachlabyrinth. Und irgendwann wird nach dem Ministerrat der Vollzug gemeldet (ab 2021 keine Englisch mehr in Österreichs Schulen), und niemand ist mehr empört, weil der Furor schon längst der Resignation gewichen ist, und die Idee alternativlos erscheint. Zumindest für jene Mehrheit, auf die es im Zuge solcher Prozesse ankommt. Warum ich das alles schreibe? Weil Österreichs Regierung gerade auf diese Art ganz offensichtlich eine Stärkung der Polizei vorbereitet. Dagegen wäre ja im Grunde nichts einzuwenden, aber gefühlsmäßig dürfte es sich doch eher um fragwürdige Innovationen handeln, andernfalls würde der Eindruck von kampagnenartiger Verdichtung nicht gar so augenscheinlich entstehen. Es ist nämlich so: Sebastian Kurz ließ seine Anhängerschaft via Facebook folgendes wissen: "Als Gesellschaft müssen wir jene schützen, die uns schützen. Angreifer und Täter sind zu bestrafen und nicht Polizeibeamte, daher braucht es ein Ende der Täter-Opfer-Umkehr. Ein großes Dankeschön an alle Polizistinnen und Polizisten, die Tag für Tag ihr Leben für unsere Sicherheit riskieren." Ob es einen konkreten Anlass für dieses seltsame No-na-Geschwurbel gibt, lässt der Kanzler offen. Vermutlich will er das Volk nicht verwirren. Wichtig ist nur das Bekenntnis zur Polizei (und dass wieder ein Puzzlesteinchen gesetzt wird). Böse Zungen könnten vielleicht noch den Versuch erkennen, die Exekutive im Angesicht fragwürdiger Amtshandlungen im Zweifelsfall nicht allzu penibel mit den Auswüchsen der Rechtsstaatlichkeit zu konfrontieren, aber das ist sicher nur ein übler Populismus-Vorwurf. Interessanterweise postete Heinz Christian Strache, der immer noch glaubt, im Windschatten der ÖVP könnte er durch demonstrativen Paarlauf mit Anzug und Krawatte Land gewinnen, exakt sieben Stunden später genau den selben Wortlaut. Mit dem einzigen Unterschied, dass Kurz auf den Mittelsatz "FPÖ-Innenminister Kickl trägt dafür Sorge" aus parteitaktischen Überlegungen verzichtete. Wie auch auf das Finale, das in Anbetracht einer Polizei-Huldigung strachesker kaum sein könnte: "Sie sind die Helden des Alltags". Und was auch immer die sehr bald dürfen werden, wir sollen es alle zusammen heute schon als dringendes Bedürfnis empfinden. Auf Englisch hieße das: What the fuck is going on?" Aber wer versteht diese komische Sprache schon?

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04.05.16:34
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Tag 124 - Also sprach Köhlmeier

Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, im übrigen einer der wenigen wirklich überzeugenden Antifaschisten in den Reihen der Regierungsmannschaft, lud den Schriftsteller Michael Köhlmeier ein, anlässlich des Gedenktages gegen Gewalt und Rassismus eine Rede zu halten. Und das tat er auch. Und wie. Der Autor nützte die Gelegenheit, um in einem bewegenden Vortrag sieben Minuten der politischen Unerträglichkeit, der Gewissenlosigkeit und der Heuchelei den Spiegel vorzuhalten. Er sagte zu Beginn: "Man muss die Dinge beim Namen nennen, und erwarten Sie nicht, dass ich mich dumm stelle." Um dann unaufgeregt, aber aufrecht und mit präziser Wortwahl einen Befund zu formulieren, der wie ein Schmerzensschrei klingt und sich dementsprechend wie ein Lauffeuer im Land verbreitete. "Der Begriff 'Stichhaltige Gerüchte" wird seinen Platz finden im Wörternbuch der Niedertracht und der Verleumdung", sagte er und meinte den Brandstifter Gudenus und dessen Ausritt gegen George Soros. Und zu den widerwärtig vielen "Einzelfällen", an die wir uns alle schon so gewöhnt haben, weil wir uns daran gewöhnen müssen, wenn sie unter einem Kanzlerkarrieristen von mächtigen Kräften des Landes durch Zusammenarbeit und Wegducken legitimiert statt konsequent verfolgt werden, sprach Köhlmeier: "Zum großen Bösen kamen die Menschen nie mit einem Schritt, sondern mit vielen kleinen, von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung - erst wird gesagt, dann wird getan." Ja, der Schriftsteller machte aus seiner Haltung auch in Anwesenheit von des FPÖ-Chefs und seiner Kumpanen kein Geheimnis: "Es wäre so leicht, all die Standards von 'Nie wieder' und 'Nie vergessen!, diese zu Phrasen geronnenen Betroffenheiten aneinanderzureihen, wie es für Schulaufsätze vielleicht empfohlen wird, um eine gute Note zu bekommen, aber dazu müsste man so tun als ob, und das kann ich nicht, das will ich nicht." Und wie zum Beweis seiner Worte erhallte nach dem erwartbar verweigerten Applaus von FPÖ und großen Teilen der ÖVP schon bald darauf der Protest der angegriffenen FPÖ. Es gab kein Schweigen, keine Reflexion, wie es das Gebot der Stunde hätte sein müssen. Statt dessen setzte es wegen der gnadenlosen Kritik scheinmoralische Entrüstung und Verleumdung gegen einen klugen Kopf, der eine Gedenkveranstaltung "desavouiert" (Walter Rosenkranz) hätte. Und da fiel mir wieder ein, wie leidenschaftlich die blauen Grenzgänger, die seit Jahrzehnten mit abenteuerlicher Verlässlichkeit Naziverharmlosung, Rassismus und Antisemitismus abliefern, auf die nicht erfolgte Einladung zur sonntäglichen Gedenkfeier in Mauthausen den Dialog und die Versöhnung eingefordert haben. Und mir fiel ihr demonstratives Verhalten ein, im vergangenen November bei der Rede von Bundeskanzler Kern zur Erinnerung an die Pogrome von 1938, an diese mörderischen Ausschreitungen der NS-Zeit gegen Juden, bei denen viele getötet wurden. "Es war der erste Schritt zu Massenvernichtungslagern", sagte Kern damals. "Wie wir mit unserer Geschichte umgehen, bestimmt und definiert, in welcher Art von Zukunft wir leben wollen." Der SPÖ-Chef rief zu einem Konsens auf, dass "die Zuspitzung zulasten anderer Menschen, die Ausgrenzung, die Suche von Sündenböcken, Rassismus und die Mobilisierung niedriger Instinkte in der Politik keinen Platz haben darf". Ein Statement, das mit großen Ovationen im Plenum bedacht wurde. Aber eben nicht von allen. Die FPÖ verweigerte kollektiv den Applaus. Die Kameras waren auf Heinz-Christian Strache, Norbert Hofer, Herbert Kickl und Walter Rosenkranz gerichtet, denen die Aussage des österreichischen Bundeskanzler keine Zustimmung wert war. Ein halbes Jahr später sitzt diese Truppe in den höchsten Ämtern des Staates, demontiert Tag für Tag den Glauben an die Demokratie und korrigiert nicht im Geringsten ihre Gesinnung.  Danke, Michael Köhlmeier. Er hat mit seiner Rede voll ins Herz unserer Republik getroffen. Möge die Nachdenklichkeit über die Bedenklichkeit endlich wachsen wie die Sonnenblumen auf den Feldern.

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03.05.20:58
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Tag 123 - Kerns Kniefall

Es ist wirklich ein Armutszeugnis für unsere Politiker. Christian Kern, der sich nach den sagenhaften und unzähligen Untergriffen in Österreich und auf oe24.at im Laufe des Wahlkampfs eines Tages (zu Recht) damit gerühmt hat, die Auseinandersetzung mit dem Schmuddelboulevard fortan zu meiden, ist jetzt auf die Fellner-Bühne zurückgekehrt. Vorbei die Idee, nicht bei jeder Schmierenkomödie mit von der Partie sein zu müssen. Der SPÖ-Chef entschied sich zum Interview mit dem an fortgeschrittener Hybris leidenden Herausgeber, wohl wissend, dass diese Sendungen weit unter einer ernst zu nehmenden Wahrnehmungsgrenze liegen. Aber warum um Himmels Willen tun sie sich das alle? Warum tanzen sie - von Kurz über Strache bis Kern - beim Hohepriester des Kampagnenschlammjournalismus an? Die Antwort ist so simpel wie niederschmetternd. Es soll ein Deal sein, ein Gegengeschäft, und am Ende ist es doch nur ein Kniefall und ein Einschleimen. Wer sich ins Boulevard-Fernsehen begibt (und allenfalls noch das eine oder andere Inserat springen lässt), wird mit wohlwollender Berichterstattung belohnt. Kein Schmäh, das wird nie jemand zugeben, aber so läuft es seit eh und je tatsächlich. Das Gruselige dabei: Schon das Duo Faymann & Gusenbauer konnte trotz völliger Erniedrigung vor den Massenmedien am Ende nicht profitieren. Die Macht der Zeitungen wird noch immer in einem Ausmaß überschätzt, dass ich in Anbetracht des aktuellen Canossagangs von Kern verzweifeln könnte. Denn, erinnern wir uns: Sebastian Kurz hatte im Oktober nicht nur den gesamten Boulevard hinter sich (von der Kronen Zeitung über Österreich bis Heute), sondern auch noch die vielen bürgerlichen Blätter (von der Kleinen Zeitung über die Presse bis zum Kurier). Noch nie gab es einen solchen medialen Rückenwind wie jenen für den vorgeblichen Radikalreformierer aus der ÖVP. Und der gewann am Ende sogar. Allerdings sind bei näherer Betrachtung und die flächendeckende Unterstützung bedenkend die 31 Prozent ein extrem schwaches Ergebnis. Zumal einer seiner Kanzler-Vorgänger, der Vollblutpolitiker Wolfgang Schüssel, im Jahr 2002 auf historische 42 Prozent kam. Und das, ich wollte, die Politiker unserer Zeit würden das endlich mantraartig auf ihren geistigen Festplatten speichern, gegen den Willen des Boulevards. Ja, mehr noch: Die Kronen Zeitung, deren Einfluss seit jeher rituell viel zu hoch angesiedelt wird, ließ damals keinen Tag vergehen, um Schüssel (und dessen Vertraute Ursula Plassnik) zu diskreditieren. Genützt hat es genau nix. Es war wie bei vielen Kampagnen, die schlagkäftig erscheinen und am Ende den gewünschten Effekt nicht haben, weil das Volk schlechte Absichten besser erkennt als man glauben mag. Einerlei, Kern traf Fellner zum Gespräch, und was passierte? Eh klar, eine Schlagzeile natürlich! Die da lautete: "Neue Österreich-Umfrage: Um Platz 1 könnte sich doch langsam ein Duell anbahnen". Auf der abgebildetetn Balken-Grafik holt Kern (28 Prozent) gegenüber Kurz (32 Prozent) zwar nur ein Prozenterl auf, aber wurscht, was zählt, ist das Wording als kleines Dankeschön. Also steht da: "Kern jagt Kurz". Und für diesen Titel hat der SPÖ-Chef viereinhalb Jahre vor der nächsten Wahl seine Prinzipien über Bord geworfen. Es ist deprimierend. Und ein trauriger Nachweis für den Zustand von Politik und Medien.

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02.05.18:34
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Tag 122 - Türkische Fahnen

Mein heutiger Eintrag auf Facebook:
Gelegentlich muss man einfach nur ein bisserl genauer schauen, um die elende Methode des Schürens zu offenbaren. H. C. Strache (Vizekanzler der Republik Österreich) postet auf Twitter zum 1. Mai drei Bilder von türkischen Fahnen, um die einzige Geschichte, die er seit Jahren erzählen kann, aufzuwärmen. Zitat: "Türkische Fahnen, so weit das Auge reicht." Hier der Link. Nun frage ich mich, wie getrübt kann der Blick eines FPÖ-Chefkrawallmachers wohl sein, wenn er angstvoll ein Halbmond-Fahnenmeer am Mai-Aufmarsch suggeriert? Denn in Wahrheit sind es bei schlampigem Hinsehen drei Fahnen, also kaum ein Anlass für Alarmismus. Bei genauem Hinsehen jedoch ist zu erkennen: Es handelt sich in Wahrheit um drei Fotos von überhaupt nur einer einzigen Fahne, die auch nur ein einziger Fahnenträger hält, aus drei verschiedenen Perspektiven aufgenommen (ich wurde hingewiesen, dass natürlich noch eine zweite Fahne zu sehen ist, was stimmt, aber an der Botschaft nicht das geringste ändert). Ein klassischer Fall von übelster Manipulation. Immer wieder erstaunlich, dass dem blauen Verantwortungsdarsteller diese Rolle allmählich nicht selbst zu blöd wird.
Nachsatz: Dass auf der Fahne auch noch Kemal Atatürk zu sehen ist, der nur von Vollpfosten zur Symbolfigur des bedrohlichen Islamismus gesehen werden kann, sei auch noch erwähnt. Um ein weiteres Indiz für den Tatbestand primitiver Hetze zu dokumentieren. Es ist so abenteurlich perfide.

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01.05.19:09
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Tag 121 - Häupls Adieu

120.000 Besucher also. Sagt die SPÖ. Zuschauerrekord. Sagt die SPÖ. Naja. Sage ich. Angeblich sind noch nie so viele Menschen aus so vielen Sektionen auf den Rathausplatz geströmt, um bei der Kundgebung am 1. Mai dabei zu sein. Mag sein. Es ist jedoch von anderen Anlässen (Public Viewing bei der EURO, Life Ball) bekannt, dass zwischen Rathaus und Burgtheater maximal 25.000 Leute Platz haben. Nun möge man das Park-Areal drum herum und meinetwegen Teile des Rings noch mitrechnen, so erscheint mir die publizierte Superlativzahl immer noch dramatisch übertrieben, gefühlt um das Doppelte. Aber, ganz ehrlich: Das ist jetzt auch schon wurscht. Und am Ende kaum mehr als ein in Gigantismus gegossenes Symbol für etwas, was die SPÖ definitiv nicht mehr ist. 120.000 rote Euphoristen sollen es gewesen sein, darüber kann ich echt nur lächeln. Denn genau diese Hybris ist ein Teil des Problems, das die Sozialdemokratie hat und an diesem 1. Mai wie zum Trotz nicht sehen und anerkennen will. In den Augen der Genossen reichte die jubelnde Menschentraube vermutlich tatsächlich bis zum Prater, wenn nicht überhaupt bis zum Ende der Welt, andernfalls müsste sie sich längst einer beinharten Realität stellen statt zu feiern. Wiewohl es für den Anfang schon damit getan wäre, endlich die Rolle der Opposition zu begreifen und zu einem belebenden Aktionismus zu transformieren. Besser jedenfalls, als bei jeder Gelegenheit so zu tun, als wäre die Partei eh noch die unumstrittene Nummer 1 und die Ära Kurz nur ein rasch vorüberziehendes Gewitter. Einerlei, betrachten wir diesen 1. Mai nicht als Hochamt der Sozialdemokratie, sondern als fetzige Abschiedsparty für eine bedeutende Bürgermeister-Persönlichkeit. Denn bei aller Kritik, die sich Michael Häupl über die Jahrzehnte auch redlich verdient hat, am Ende ist dieses Wien, wie es nun da steht, sein Lebenswerk. Dass es in einer Millionenstadt, die so lange absolut regiert wurde, ohne finanzielle Ungereimtheiten, Freunderlwirtschaften und andere politische Verfehlungen funktionieren könnte, ist ganz sicher eine Illusion. Leider. Dass diese Stadt aber in der internationalen Wahrnehmung von einer Auszeichnung zur nächsten gereicht wird und für Touristen wie für Wiener als Ort mit einer sagenhaften Lebensqualität gilt, ist mindestens genau so ein Faktum. "Ich bin kein Kabarettist und auch ganz sicher kein Pop-Sänger", sagte Wiens Bürgermeister Michael Häupl auf dem Rathausplatz. Und er war sichtlich gerührt. Es war der letzte Maiaufmarsch, bei dem er von der Festbühne aus als Bürgermeister mit rotem Winktuch die einziehenden Bezirke begrüßte. Am 24. Mai übergibt er das Amt an Michael Ludwig. Häupls Abschiedsrede folgten minutenlanger Applaus und Zugaberufe, und der Protagonist dieses Feiertags musste zweimal ans Rednerpult zurückkehren. Wo er in dieser typisch ironischen Art bemerkte, dass er "knapp vor der sozialdemokratischen Seligsprechung" stünde. Häupl wird gehen. Und doch bleiben, dessen dürfen wir uns sicher sein. Dazu ist er politisch zu sehr geprägt und Wien zu sehr verpflichtet. "Ihr seid in meinem Herzen", rief er. Und es klang mindestens so glaubwürdig wie die Bestellung eines Spritzers. Auch Parteichef Christian Kern würdigte den scheidenden Bürgermeister. Dieser sei "schon zu Lebzeiten eine Legende"  und für mehrere Generationen ein Vorbild gewesen. "Du hast vielen gezeigt, wofür es sich auszahlt aufzustehen", betonte Kern. Und genau damit traf er ins Schwarze. Denn woran wir garantiert immer denken werden, wenn der Name Häupl fällt: An Haltung. Auch in den schwierigsten Stunden, auch gegen tausend Widerstände. Haltung zeichnete ihn aus, dafür wurde er bewundert, geschätzt und gewählt. Und als müsste er genau das noch ein letztes Mal vor großem Publikum beweisen, hielt er fest, dass derzeit Österreich ein "sehr kalter Wind" aus dem Kanzleramt entgegen wehe, und dass die Partei dem "Gespenst des Neonationalismus und Populismus, welches durch Europa zieht" entschieden entgegentreten müsse. Denn die SPÖ sei ein Garant für eine Gesellschaft des Zusammenhalts und Miteinanders. 120.000 Menschen jubelten und applaudierten. Wenn nicht sogar viel mehr.

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30.04.23:27
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Tag 120 - Stormy gegen Donald

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es wäre schon eine ganz besondere Ironie des Schicksals würde kein politischer Irrsinn (Auswahl gäbe es ja genug) Donald Trump als Präsident der Vereinigten Staaten zu Fall bringen ... sondern ein Porno-Star. Stephanie Clifford, eine 39-jährige Frau aus Baton Rouge im US-Bundesstaat Louisiana, die unter dem Künstlernamen Stormy Daniels Karriere gemacht hat, setzt Trump mittlerweile so extrem unter Druck, dass nichts mehr ausgeschlossen scheint. Tatsache ist: Nach angeblichen Einschüchterungsversuchen gegen sie und ihre mittlerweile siebenjährige Tochter wegen einer Affäre mit Trump ist Clifford ganz offensichtlich auf einer Mission gegen einen der mächtigsten Männer der Welt. Gut so. Und vor allem mutig. Denn nun hat sie ihn sogar wegen Verleumdung geklagt. Als 17-Jährige zog die junge Frau, die aus ärmeren Verhältnissen stammt, erstmals als Gast in einem örtlichen Stripclub auf. Bereits mit Ende 20 war Daniels eine Größe im professionellen Pornofilmbusiness. Und laut Erzählungen auch als Geschäftsfrau entschlossen und unerbittlich. Sie wurde einst mit allerlei Branchenpreisen als Darstellerin und Regisseurin ausgezeichnet, Wegbegleiter berichten immer wieder von ihrer harten Vorgangsweise, etwa von Kündigungen, wenn ein Darsteller eine Szene nicht wunschgemäß präsentiert hatte. Ihr Ruhm wuchs jedenfalls gerade wegen ihrer Konsequenz so sehr, dass ihre Fans sie 2010 dazu bewegen wollten, für einen Senatssitz in Louisiana zu kandidieren. Die bis dahin eingetragene Demokratin wechselte zu den Republikanern. Die Konfrontation zwischen Trump und Clifford begann mit der Behauptung der Pornodarstellerin, sie habe 2006 Geschlechtsverkehr mit Trump gehabt, und zwar kurz nachdem seine Ehefrau Melania den gemeinsamen Sohn Barron zur Welt gebracht hatte. Der US-Präsident bestreitet das jedoch. Fünf Jahre später sei die heute 39-Jährige in Las Vegas von einem Mann angesprochen worden. Er habe sie dazu bringen wollen, nicht über das Thema zu sprechen. Angeblich soll er in bedrohlichem Ton gesagt haben: "Lass' Trump in Ruhe. Vergiss' die Geschichte." Dann habe er sich zu Clifford, die ihre Tochter dabeihatte, heruntergebeugt und mit Blick auf das Kind gesagt: "Das ist ein wunderschönes kleines Mädchen. Es wäre eine Schande, wenn seiner Mutter etwas passieren würde." Eine Szene wie aus einem Hollywood-Blockbuster, die den amtierenden Präsidenten als Drahtzieher in einem düsteren Licht erscheinen lässt. Die Einschüchterung funktionierte nicht. Die Frau ließ statt dessen eine Phantomzeichnung jenes Mannes anfertigen. Der Präsident bezichtigte sie daraufhin der Lüge und verlautbarte, dass eine derartige Zeichnung nicht existiere. "Totaler Schwindel" nannte er es. Bezeichnenderweise via Twitter. Es sei Jahre später angefertigt worden und zeige einen Mann, den es gar nicht gebe. Aber Clifford lässt nicht locker. Ob sie die Wahrheit sagt oder nur die Chance auf einen Big Deal wittert, darüber wird derzeit in den USA heftig gestritten. Ihre Antwort deutet zumindest auf viel Überzeugung und Offensivgeist hin. Anders ist die in New York eingereichte Klage kaum zu interpretieren. Trumps Tweet sei "falsch und diffamierend", heißt es in der Klageschrift. Er wolle die Reputation der Darstellerin angreifen. Weshalb Clifford nun Schadenersatz in Höhe von mehr als 75.000 Dollar fordert. Das Weiße Haus hat sich zu der Klage bisher noch nicht geäußert. Für Trump ist das Thema vor allem wegen der Rolle seines Anwalts Michael Cohen extrem heikel. Der nämlich hat bereits zugegeben, Clifford vor der US-Präsidentschaftswahl 130.000 Dollar gezahlt zu haben. Schweigegeld. Das ist zwar immer noch kein Indiz dafür, dass die Darstellerin die Wahrheit sagt, denn in einem Wahlkampf will niemand Schmuddelgeschichten in der Öffentlichkeit wissen, einerlei, ob sie erfunden sind oder nicht. Aber der Punkt ist: Spätestens seit der Story des an die Öffentlichkeit gelangten Ausspruchs "Grab her by the pussy" hat Trump das Image als frauenverachtender Macho, der in der Überzeugung lebt, sich als Milliardär auch in der Sexualität nehmen zu können, was er will. Die Glaubwürdigkeit ist also speziell in dieser Affäre eher kein Trumpf, der vor Gericht stechen könnte. Und der Präsident hat eine Gegnerin, die keinen Schritt zurückweichen wird. Das ist er nicht gewöhnt. Und das könnte ihn daher umso leichter tatsächlich zu Fall bringen.

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29.04.23:33
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Tag 119 - Força Barça

1929. 1945. 1948. 1949. 1952. 1953. 1959. 1960. 1974. 1985. 1991. 1992, 1993, 1994. 1998. 1999. 2005. 2006. 2009. 2010. 2011. 2013. 2015. 2016. Und jetzt 2018. Mit einem 4:2 bei Deportivo La Coruña hat der FC Barcelona heute Abend bereits drei Runden vor Schluss der spanischen Meisterschaft den 25. Titel der Klubgeschichte fixiert. Und damit wieder einmal das Double geholt (30 Cupsiege sind es mittlerweile). In den 35 Meisterschaftsspielen dieser Saison haben die Katalanen bis dato 91 Tore erzielt und nur 23 Gegentreffer kassiert, was bedeutet, dass sie im Schnitt jedes Spiel 2,6:0,7 (aufgerundet 3:1) gewonnen haben. Und das besonders bemerkenswerte ist: Es wurde noch kein einziges Match verloren. Heißt, die Chance auf eine historische Saison ohne Niederlage lebt. Knifflig wird es allerdings noch am kommenden Sonntag gegen Real Madrid. Wer sich jedenfalls die Jahreszahlen genauer ansieht, erkennt: In der Zeit des Franco-Regimes, als in Barcelona Unterdrückung herrschte, eroberte Barça in dreißig Jahren nur acht Meistertitel. Erst nach dem Tod des Diktators konnte der Klub sein ganzes Potenzial entfalten und eine neue Ära der Erfolge einleiten. Geprägt war die durch die Zeit von Trainer-Legende Johan Cruyff, als Barcelona Anfang der 90er-Jahre vier Titel in Folge holte, was auch danach nie wieder gelingen sollte. Und dann ... ja dann ... folgte dennoch die Zeit der triumphalen Einzigartigkeit. Denn in den vergangenen 14 Jahren durften die Stars von Blaugrana insgesamt 32 Pokale stemmen (9 x Meister, 6 x Cupsieger, 7 x Supercupsieger, 4 x Champions League, 3 x UEFA Supercup, 3 x Klubweltmeister). Was zum einen an einer goldenen Spielergeneration lag, die sich gefunden hatte (nicht vergessen, in dieser Zeit wurde Spanien auch Weltmeister und zweimal Europameister), rund um Xavi, Puyol oder Busquets bzw. Eto'o oder Henry), zum nächsten an einem glanzvollen Spieler, der in diesen Tagen nach 18 Jahren Barcelona tränenreich seinen Abschied verkündet hat, nämlich den magischen Techniker Andres Iniesta, zum nächsten an einem Trainer Guardiola, der im Sinne von Cruyff den Spielstil revolutioniert und modernisiert hat, und zum wichtigsten an ihm, dem besten Fußaller, der jemals in den Stadien dieser Welt zu sehen war: Lionel Messi. Bezeichnend, dass er im heutigen Spiel mit drei Treffern wie so oft gezeigt hat, welchen Wert er für Barça immer noch hat. Erst unlängst entdeckte ich eine Statistik, die offenbart, dass der kleine Argentinier, der seit seinem 13. Lebensjahr für Barcelona spielt, von der Saison 2009/2010 weg in jedem Jahr mehr als 40 Pflichtspieltore erzielte (2011/2012 waren es sogar sagenhafte 75). Der Name Messi ist so sehr mit der Dominanz von Barcelona verbunden, dass es kaum Worte dafür gibt. Sondern in Wahrheit nur Zahlen. So ist der fünffache Weltfußballer des Jahres auch der Rekordtorschütze der Primera Division, Rekordtorschütze in internationalen Bewerben, Rekordtorschütze des FC Barcelona, Rekordtorschütze des argentinischen Nationalteams. Er hat die meisten Tore in einer Liga-Saison geschossen (50), die meisten Tore wettbewerbübergreifend in einer Saison (73), die meisten Tore in einem Kalenderjahr (91), die meisten Tore im "El Clásico" (25). Er ist der jüngster Spieler, der 150 (24 Jahre, 270 Tage) und 200 Tore (25 Jahre, 217 Tage) erzielt hat, der einzige Spieler, der gegen alle 19 Liga-Gegner in Folge traf, der einzige Spieler, der innerhalb eines Kalenderjahres in sieben verschiedenen Wettbewerben mindestens einen Treffer erzielt hat. In seiner gesamten Profikarriere traf Messi 611 Mal ins gegnerische Tor (von den vielen Assists ganz zu schweigen), eine Marke, die wohl kaum jemals wieder erreicht wird. Und jetzt aus, Gratulation an den FC Barcelona zur Meisterschaft, ich freue mich sehr und feiere mit den tausenden Culés im Geiste auf der Plaça de Catalunya mit.

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28.04.18:49
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Tag 118 - Steirischer Cola-Boykott

Es ist halt so eine Sache mit dem Populismus. Wenn er zum Einsatz kommt, sollte er wohl kalkuliert sein, und das ist mitunter tückischer als viele glauben mögen. Der steirische Landeshauptmann-Stellvertreter von der SPÖ ist möglicherweise ein anständiger und idealistisch veranlagter Mensch, als großes Talent für das Wesen effektvoller Zuspitzung wird er jedoch eher nicht in die Geschichte eingehen. Klar ist: Der Streit über Strafzölle der USA auf Stahl und Aluminium ist in vollem gange. Die deutsche Regierung rechnet jedenfalls damit, dass die Ausnahmeregeln der USA für die EU-Staaten bei den neuen Zöllen nicht verlängert werden. Und das ruft viele Experten auf den Plan. Und auch Michael Schickhofer. Der zog nämlich reflexartig die den Patriotismus-Trumpf, was als Affekthandlung durchaus nachvollziehbar ist. Ganz zu Ende gedacht schien die Offensive des Regionalpolitikers aber nicht gewesen zu sein: "Die europäische Bevölkerung sollte sich die Willkür des US-Präsidenten und dessen Strafzölle nicht gefallen lassen", sagte er, und bis dahin war es noch ein vernünftiger Gedanke, den man ausführlich diskutieren kann und soll. Es folgte aber die Conclusio: " Jetzt wäre für die Europäer der richtige Zeitpunkt, auf Coca-Cola und andere Luxusprodukte aus den USA zu verzichten.“ Und weiter: „Die Welt kann auf Zuckergetränke verzichten, nicht aber auf den besten Stahl der Welt." Das mag faktisch sogar stimmen, wenngleich der Nachweis für "den besten Stahl der Welt" vermutlich schwer zu erbringen ist und in diesem Zusammenhang als Diktion schon ein bisserl nach übereifrigem Nationalgeplärre klingt. So oder so hat sich Schickhofer offensichtlich nicht wirklich konsequent mit den potenziellen Folgen eines flapsigen Boykott-Aufrufs beschäftigt. Was schade ist. Denn in der Tat könnte man viele Konzerne dieser Größenordnung beispielsweise für fragwürdige Steuerleistungen unter dem Deckmantel des Wirtschaftsstandorts kritisieren. Im konkreten Fall von Coca Cola gäbe es auch noch andere Begebenheiten, die sich argwöhnische Betrachtung verdienen würden, etwa die Ausbeutung von Wasser in wasserarmen Regionen. Den Getränkerhersteller allerdings symbolisch und stellvertretend für (garantiert flächendeckend bekanntes) USA-Zeugs auszuwählen, um gegen Trumps Zoll-Politik die dürre steirische Faust zu ballen, ist in der Gesamtbetrachtung schon höchst bescheiden. Bei Coca Cola hat der Boykott-Aufruf des steirischen SPÖ-Chefs auf jeden Fall ordentlich Ärger ausgelöst. Der Betriebsrat der österreichischen Niederlassung forderte augenblicklich einen Widerruf. "Eigentlich haben Sie dazu aufgerufen, ein österreichisches, lokal enorm engagiertes Unternehmen zu benachteiligen, das seit 1929 enger Partner der Menschen in Österreich ist und sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung in hohem Maß bewusst ist. Mit einer derartigen Wortmeldung gefährden Sie eine Reihe von Partnerschaften und guten Engagements - und nicht zuletzt auch Arbeitsplätze." Nun, auch über die gesellschaftliche Verantwortung eines Produzenten von extrem zuckerhaltigen Drinks (noch dazu in einem Land mit überdurchschnittlicher Adipositas-Tendenz) könnte man so manches feine Streitgespräch führen. Schwieriger wird das aber schon in Anbetracht wirtschaftlicher Fakten. 1.022 Menschen arbeiten direkt bei Coca-Cola in Österreich, das Werk der Coca-Cola Hellenic Austria GesmbH sei eines der größten in der Gruppe und einer der größten Arbeitgeber im Burgenland. Seinen jährlichen österreichischen BIP-Beitrag errechnete der Multi mit 774 Millionen Euro beziehungsweise 0,22 Prozent, und die Steuerleistung entlang der Wertschöpfungskette (wie etwa der österreichischen Rübenbauern) mit 391 Millionen Euro. Und so formuliertren die Betriebsräte ihren Unmut: "Gemeinsam kämpfen wir seit Jahren für die Sicherung und Erhaltung von Arbeitsplätzen. Wir verstehen nicht, wie jemand alteingesessene österreichische Unternehmen dermaßen attackieren kann. Das ist überaus respektlos und nicht zu akzeptieren. Wir fordern Herrn Schickhofer auf, seine Wortmeldung öffentlich zurückzunehmen." Das wird Schickhofer natürlich nicht tun, dazu ist er viel zu sehr Politiker, aber die eine oder andere Schweigeminute dürfen wir uns schon von ihm erwarten. Denn wenn schon Protest, dann zumindest aus den richtigen Gründen.

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27.04.12:35
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Tag 117 - Historischer Handschlag

Es war einmal in Korea ...
Besondere Augenblicke, ein historischer Handschlag, und noch ein zweiter.
Das Video einer außergewöhnlichen Begegnung dauert nur ein wenig länger als eine Minute, aber es erzeugt schon sehr spezielle Emotionen. Vielleicht deshalb, weil das Gefühl von Friede, Freude und Hoffnung konsequenterweise auch von Misstrauen begleitet wird. Aber so oder so: Die Bilder sind sehenswert. No more words needed.  

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26.04.19:02
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Tag 116 - Gewalt gegen Frauen

Das Jubiläum ist erst im Herbst, aber das Thema ist bereits jetzt breit gestreut, und das ist gut so. Denn die Errungenschaft der Frauenhäuser kann gar nicht oft genug erwähnt und voller Ehrfurcht ins Bewusstein gehoben werden. Die Erinnerung ist für die meisten Menschen kaum noch präsent, obwohl die Zeit, als Gewalt gegen Frauen in unserer Gesellschaft noch ein ein völliges Tabu gewesen ist, in Wahrheit gar nicht so lange her ist. Denn vor den 1970er-Jahren wurden derlei Delikte in der Familie - wie absurd das heute erscheint - als "Privatsache" abgetan. Was bedeutet: Die betroffenen Frauen und deren Kinder mussten mit jeder Form der Gewalt selbst zurechtkommen. Erst mit Beginn der sogenannten Zweiten Welle der internationalen Frauenbewegung Ende der 1960er-Jahre wurde die Problematik der unzähligen Übergriffe gegen Frauen in Ehe und Partnerschaft öffentlich thematisiert. Damit wurde ein gesellschaftlicher Modernisierungs- und Umdenkprozess eingeleitet. 1971 wurde dann das erste Haus für misshandelte Frauen in London gegründet. In Österreich wiederum erstellte eine Gruppe junger Sozialarbeiterinnen im Herbst 1977 in Wien ein erstes Konzept zur Errichtung eines Frauenhauses. Mit Unterstützung von - man möchte fast sagen, eh klar - Johanna Dohnal, damals Gemeinderätin, wurde im Jänner 1978 der Verein "Soziale Hilfen für gefährdete Frauen und Kinder" ins Leben gerufen. Ehe am 1. November 1978 mit finanzieller Unterstützung des Gemeinderates das erste Frauenhaus Österreichs eröffnet wurde. Das, auch solche Geschichten dokumentieren die Notwendigkeit, in kürzester Zeit überfüllt war. Auch deshalb, weil der Tatbestand häuslicher Gewalt endlich mit Nachdruck aus dem Schatten ins Licht befördert wurde. Daraufhin folgte im Februar 1980 das zweite Wiener Frauenhaus. Die ersten Frauenhäuser in den Bundesländern wurden im Dezember 1981 in Graz und Innsbruck gegründet. Im Statement des AÖF hieß es: "Frauenhäuser leisten einen bedeutenden gesellschaftlichen Beitrag und sind nicht mehr wegzudenkende Schutz- und Hilfseinrichtungen für Frauen und deren Kinder. Frauenhäuser sind für alle Gewaltopfer offen, unabhängig von Nationalität, Einkommen oder Religion". Heute gibt es in Österreich, wo im übrigen eine der beiden Regierungsparteien diese Institution am liebsten abschaffen will,  insgesamt 30 Frauenhäuser. Letztes Jahr wurden in Wien 624 Frauen und 640 Kinder in Frauenhäusern betreut. Vor 20 Jahren waren es 390 Frauen und 419 Kinder. Über alle 40 Jahre verteilt wurden 17.371 Frauen und 17.071 Kinder erreicht – 36,5 Prozent davon im letzten Jahrzehnt. Heißt, Tendenz steigend (was auch am gewachsenen Mut zum Bekenntnis liegt), und das sollte schon sehr betroffen machen. Umso mehr bin ich froh, dass ich die Spendenaktion für mein Buch genau diesem wichtigen Engagement widme. Seit Oktober des vergangenen Jahres gibt es "Mannsbilder" (208 Seiten, alle 99 Kolumnen) bei allen meinen Bühnenauftritten - und nur dort - mitzunehmen, und zwar gegen einen freiwilligen Spendenbetrag. Und ich darf vermelden, dass bisher bereits mehr als 10.000 Euro in der Glasbox gelandet sind. Das übertrifft meine Erwartungen natürlich bei weitem. Ich werde daher voller Leidenschaft weitersammeln, Gelegenheit dafür gibt es demnächst dankenswerterweise noch genug. Und dann werde ich zum 40er im Herbst meinen Anteil an die Frauenhäuser weiterleiten, an jene, die es wirklich brauchen. Danke daher auch an dieser Stelle an alle, die meine Idee und damit Frauen und Kinder in Not unterstützt haben. Es ist mehr denn je von größtem Wert. Leider.

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