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09.09.23:59
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Tag 252 - Leute, ich bin dahin ...,

... in wenigen Stunden erhöre ich den Ruf des Südens, um Energie für den heißen Herbst zu sammeln. Ich mache Urlaub in Griechenland und daher eine Textpause bis zum 26. September. Was ich hinterlasse, ist eine dringende Empfehlung an alle Wahlkampf-Zeugen: Bitte unbedingt fröhlich bleiben!

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08.09.19:38
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Der FLÖ-Spuk

Müsste ich in einer modernen Welt eine neue Partei positionieren, würde ich - einerlei, wofür die Partei stehen sollte - auf eine Frau als Kandidatin ganz sicher verzichten: Auf Barbara Rosenkranz, eine strickpulloverhafte Vertreterin des Vorgestrigen. Die Freie Liste Österreich des Ex-Freiheitlichen Karl Schnell tut das nicht, verzichten nämlich,ganz im Gegenteil. Mit der Idee, dass nicht nur der Parteiname FLÖ eine Anlehnung an die FPÖ sein soll, sondern auch das Gesicht dazu. Und: Als Parteifarbe wird Königsblau zum Einsatz kommen. Wie originell. Auf den Wahlplakatenwird zu lesen sein: "Unser Herz schlägt für Österreich". Wie originell. Die FPÖ sei mittlerweile "blassblau" geworden, sagt Rosenkranz, der Grund dafür sei die Aufgabe ehemaliger Positionen, um sich als künftiges Regierungsmitglied anzudienen, etwa durch ein neoliberales Wirtschaftsprogramm. "Alle drängen dort hin, wo die Mehrheitsmeinung vermutet wird." Deshalb fordert die Ex-Blaue "kein Asyl nach illegaler Einreise" und die Verankerung des Rechts auf Besitz und Tragen von Waffen. Mehr muss man nicht wissen, denn die Hoffnung, dass die FLÖ der FPÖ viele wertvolle Stimmen stiebitzt, bewegt sich nur im Minimalbereich. Rosenkranz wird vermutlich ein paar umnachtete Alt-Nazis einsammeln, aber mehr als 0,5 Prozent werden es nicht werden. Und Ende des Spuks.

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08.09.16:04
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Tag 251 - Addendum also

Jetzt ist es also bald so weit, ein Name ist zumindest schon einmal gefunden und offenbart. Der Start von einem der spannendsten Projekte unserer Zeit scheint unmittelbar bevorzustehen. In die Tiefe gehende Recherchen verspricht Quo Vadis Veritas (QVV), die Medienstiftung von Red Bull-Gründer Dietrich Mateschitz – und zwar unter dem Namen Addendum. "Quo Vadis Veritas macht das, was fehlt, liefert das zu Ergänzende und schließt mit Addendum die Lücke in der Medienlandschaft", heißt es im aktuellen Newsletter. Mit "den Werkzeugen investigativer, journalistischer Recherche und Datenanalyse" soll "zu einem vollständigeren Bild der Wirklichkeit" beigetragen werden – was in anderen Redaktionen wegen Zeitdrucks und Ressourcenmangels nicht möglich sei. Unter addendum.org würden daher "in wenigen Wochen die Rechercheprojekte von Quo Vadis Veritas zu finden sein". An Vollmundigkeit mangelt es dieser Idee einer Eroberung der Wirklichkeiten mit Sicherheit nicht. Die Latte des journalistischen Anspruchs wird bereits jetzt so hoch gelegt, dass ich echt brennend interessiert bin, wie die Umsetzung dann de facto aussieht. Was auf jeden Fall jetzt schon gesichert ist. Es wurden mit sehr viel Geld sehr viele sehr namhafte Journalstinnen und Journalisten engagiert. Daher ist extreme Qualität eingekauft und die Erwartung in einem überschaubaren Medienmarkt dementsprechend. Klarerweise mehren sich jetzt schon die kritischen Stimmen, die eine Kombination aus Milliardärsinteressen und journalistisch-ethischen Standards für unrealisierbar halten, aber ich bin mit so einer Einschätzung (auch in Kenntnis des mir größtenteils bekannten profunden Personals) vorsichtig. Noch. Denn erst soll Addendum zeigen, was es kann. Dann kann die seriöse Bewertung folgen. Ich freue mich drauf.

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07.09.22:49
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Fellner & Fake

It's fake-time, wie es scheint. Und es trifft derzeit ausgerechnet vermehrt den Chef von Österreich - warum auch immer? In diesem Sinne staunten zahlreiche Facebook-User nicht schlecht, was (ein falscher) Wolfgang Fellner so auf Facebook über seine Feierabendpläne postete (nur so viel, es ging um Oralverkehr mit der Sekretärin). Ein Account gab sich als Österrreich-Herausgeber aus. Fellner kündigt auf Anfrage des Standard eine Klage an, sein Anwalt sei eingeschaltet. Facebook wurde der Fake-Wolferl sofort gemeldet, die Präsenz werde nach Aussage von Facebook sofort abgedreht. Und tatsächlich, inzwischen wurde das Fake-Profil nach nur einem Tag Existenz gelöscht. Tja, bei Fake-News versteht einer wie Wolfgang Fellner eben keinen Spaß. Zumindest dann nicht, wenn sie ihn selbst betreffen.

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07.09.19:20
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Tag 250 - Die Mauergroteske

Es ist für mich jetzt schon die Geschichte des Jahres. Als hätte sich Kafka, Kisch oder Hermanovsky-Orlando eine Darstellung der Skurrilität erdacht. Fünf Mauerblöcke vor dem Kanzleramt, acht Meter lang, 80 Zentimeter hoch und einen Meter breit, dazwischen Durchgänge und insgesamt 17 Poller sollten am Ballhausplatz Terroranschläge gegen Bundeskanzler und Bundespräsident verhindern. Obwohl Gräben schon ausgehoben und Fundamente gegossen worden sind, gleichzeitig aber auch die Kritik von allerlei Seiten ständig mehr und lauter wurde, ließ Kanzleramtsminister Thomas Drozda nun wie aus heiterem Himmel (vielleicht auch der Kronen Zeitung zuliebe) den Bau stoppen. Wer den Auftrag für das sonderbare Projekt erteilt hatte, das weiß niemand. Besser gesagt: Will niemand wissen. Eine Groteske der speziellen Art. Laut Innenministerium reichen die Pläne für neue Schutzmaßnahmen im Regierungsviertel bereits ins Jahr 2014 zurück. Die entsprechende Baustelle platzte nun allerdings mitten in den Wahlkampf. Im Zuge dessen beispielsweise Kanzler Kern den Bauarbeitern öffentlichkeitswirksam Bier vorbei brachte, jedoch offenbar nicht auf die Idee kam, zu fragen, was denn hier errichtet würde. Eine etwas schräge Anmutung. Die roten und schwarzen Regierungsstellen schoben sich jedenfalls gegenseitig den Schwarzen Peter zu (zumal sich das Volk wegen des Schutzes, der nur Politikern und nicht ihm selbst gelten sollte, ziemlich empört ist), so zeigt man sich etwa im Kanzleramt angeblich sauer darüber, dass es seitens des Innenministers keine Information über den Mauerbau gegeben habe. Auf Facebook fasste ich das Theater so zusammen:
"Österreich ist ein in sich selbst delirierender Kleinstaat. Wohin wir heute in diesem Land schauen, wir schauen in eine Senkgrube der Lächerlichkeit."
(aus "Alte Meister", 1985)
Die Wiener Geschichte um die Mauerbau-Idee, den Mauerbau, den Mauerbau-Stopp und die Suche nach der Verantwortung für das Mauerwerk ist so abgrundtief österreichisch, dass ich mir - wie so oft - einen lebenden und schreibenden Thomas Bernhard herbeisehne.

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06.09.20:37
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Auf der Trottel-Skala

Die Schlagzeile auf oe24.at lautete: "Atomkrieg könnte Lieferung von iPhone 8 verzögern." Und prompt wurde sie mit zahlreichen Screenshots im Netz verbreitet und entsprechend höhnisch kommentiert. Denn auf der nach oben offenen Trottel-Skala schien diese Information alarmierende Werte zu erzielen. Es ist nur so: Es handelte sich bei dem Titel um ein Fake-Produkt. Irgendjemand hatte also im klassichen oe24-Layout eine kranke Absurdität produziert und ein virales Kopfschüttel erzeugt. Gelungen, kann man sagen. Denn die erschütternde Moral von der Geschichte lautet ja: Wir alle hätten dem Schlagzeilenfortsatz der Dodel-Postille Österreich die Veröffentlichung einer solchen Meldung ernsthaft zugetraut. Heißt: Weit hamma's 'bracht.

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06.09.18:16
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Tag 249 - Pilz gegen ORF

Der ORF kann als größter und bedeutendster sender des Landes am Ende machen, was er will, er wird immer eine Angriffsfläche bieten. In diesem Fall ist es Peter Pilz, der - als gäbe es kein anderes Thema im Land - seit Tagen mordio und zeter schreit, weil er nicht zu den Duellen und zur Elefantenrunde geladen wird. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wiederum rechtfertigt sein Vorgehen damit, dass seine Bewegung keinen Klubstatus habe. Diese Restriktion sei eine "Hausregel" (die zuletzt aus gutem Grund eingeführt wurde) und vom ORF-Gesetz so nicht vorgeschrieben, kritisiert Listenchef Pilz. Das Dilemma: Würde der streitbare Ex-Grüne geladen werden, müssten auch alle anderen Kleinparteien zum Zug kommen, und damit wären die Duelle mit dem Fokus auf relevante Auseinandersetzungen hinsichtlich einer bedeutenden Wahl obsolet. Denn es müsste dann 45 Konfrontationen geben, denen sich vor allem die Big Player niemals stellen würden. Eine völlig sinnlose Verwässerung. Pilz wiederum argumentiert - einmal mehr flankiert von zahlreichen Journalisten-Freunden - mit guten Umfragewerten und Interesse an seiner Person. Das mag subjektiv stimmen, ist aber nicht objektivierbar im Sinne einer tatsächlichen Gleichbehandlung. Aber weil der Rebell clever ist, setzt er sich nun provokant auf das Thema und spielt (sehr gekonnt) den Opfer-Trumpf. Unterstützt wird er dabei in allererster Linie von der Kronen Zeitung, die nahezu jeden Aufschrei formatfüllend verbreitet (die Lust auf eine Zerschlagung der traditionell verhassten Grünen spielt bei dieser Kampagnen-Strategie eine wesentliche Rolle). So auch im Falle der angekündigten Klage. Durch die Nicht-Berücksichtigung beim ORF entstünde laut Pilz seiner Bewegung ein finanzieller Schaden von fünf Millionen Euro: "Die Summe ergibt sich daraus, dass unserer Liste im Klubstatus des Nationalrats mindestens eine Million Euro pro Jahr zustehen würde, also fünf Millionen Euro über die gesamte Legislaturperiode von fünf Jahren." Daher wird er in den nächsten Tagen eine Beschwerde wegen "Verletzung der Verpflichtung zur objektiven Berichterstattung in Paragraf 4 ORF-Gesetz" bei der TV-Regulierungsbehörde RTR-KommAustria einbringen. "Wir rechnen mit einem klaren Erfolg unserer Klage." Klingt gut, und die Krone ist natürlich beim ORF-Bashing wie kein anderes Medium lustvoll mit von der Partie. Pilz weiß freilich, dass eine solche Klage nicht die geringste Chance auf Bestätigung hat, aber die Schlagzeilen garantieren ihm jene Wahrnehmung, die ihm durch das Fernsehen (von den Privatsendern abgesehen) verwehrt wird. Als Effekthascherei durchaubar und nachvollziehbar. Als seriöse Politik, für die er ja stehen will, jedoch mehr als fragwürdig.

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05.09.23:16
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Der Kurz-Trick

Dass sich Sebastian Kurz im ZiB2-Interview mit Armin Wolf anlässlich der frisch präsentierten Steuerpläne der ÖVP argumentativ elegant im Kreis drehte, muss nicht näher ausgeführt werden. Das kennen wir ja längst. Erwähnenswert scheint mir nur etwas anderes. Der neue Wunderwuzzi hat nämlich eine wichtige Lektion gelernt. Ob Jörg Haider diesbezüglich sein Vorbild ist, werden wir wohl nie erfahren, aber der hatte es einst auch immer so gemacht. Nämlich keine Studio-Gespräche mehr zu führen. Achten Sie einmal darauf: Die letzten drei Interviews mit Sebastian Kurz waren stets Zuschaltungen (zuletzt aus Linz). Zufall? Sicher nicht. Warum? Ganz einfach: Die offensive Gesprächsführung eines Armin Wolf ist bei einer Verbindung zu einer Außenstelle völlig unmöglich. Denn die technische Verzögerung unterbindet ein Unterbrechen, ein spontanes Nachhaken, ein plötzliches Intermezzo. Und es schenkt dem Politiker wertvolle Sekunden für allfälliges Nichtverstehen - woraus sich in heiklen Phasen wertvolle Nachdenkpausen ergeben. Und das weiß Kurz (wie es Haider wusste). Und nutzt es. Clever, ohne Zweifel.

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05.09.17:25
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Tag 248 - Thiems bitteres K.o.

Was für ein unpackbares Tennisspiel. Ich habe es mir um 22.30 Uhr vor dem Fernseher gemütlich gemacht, und war dann ziemlich bald ziemlich enttäuscht. Weil nämlich Dominic Thiems Gegenspieler im Achtelfinale der US Open überhaupt nicht fit war, kaum Ballwechsel gestalten und damit dem Match nicht die erwartete Spannung schenken konnte. Phasenweise tat mir Juan Martin del Potro fast schon leid, weil er von seiner Krankheit, wegen der er zuvor zwei Tage im Bett liegen hatte müssen, sichtlich gezeichnet war und keine Kraft hatte, dem jungen Österreicher Paroli zu bieten. Thiem gewann die ersten beiden Sätze 6:1, 6:2 und es schien nur eine Frage der Zeit, ehe der Argentinier aufgeben sollte. Aber, siehe da. Das Medikament, das er nach rund 40 Minuten bekam, begann offensichtlich zu wirken. Und zwar so gut, dass seine Taktik für den dritten Satz, volles Risiko bei den Winnerschlägen, aufging. Das schien Thiem zu irritieren, denn psychologisch ist es nicht leicht, einem gut erkennbar kaputten Gegner gnadenlos zu begegnen und dann dieses innerliche "Das gibt's doch nicht, wie der plötzlich drauf ist" wegzustecken. Del Potro gewann den Satz, und erst im vierten Satz erfing sich der Österreicher wieder. Er führte 5:2 und 30:0, schaffte es aber nicht, den Sack zuzumachen. Bei 6:5 hatte Thiem sogar zwei Matchbälle. Und ausgerechnet in diesen Augenblicken servierte der an diesem Tag aufschlagschwache Konkurrent zwei Asse - ein Zeichen. Es war der ultimative Nackenschlag, und del Potro spielte sich - angetrieben von einem fanatischen Publikum - in einen Rausch. Während Thiem unbewusst garantiert mit den vielen vergebenen Chancen haderte. Bezeichnend daher der entscheidende Ball. Thiem passierte ein Doppelfehler zum 4:6 und aus war der Traum vom ersten Viertelfinale in New York und einem Duell mit Roger Federer. Aber dennoch große Gratulation an einen phänomenalen Rückkehrer namens del Potro. Ihm, der in seiner Karriere so viele Verletzungen erlitten hatte, gönne ich so einen Sieg von Herzen. Wenngleich ich dafür mit sehr viel Müdigkeit büßen musste. Das Match endete um 2.28 Uhr in der Nacht. Vor einem Arbeitstag.

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04.09.21:15
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Ödes Duell

Ich habe ja echt keine Ahnung, woher die Begeisterung hierzulande in Anbetracht des deutschen Kanzler-Duells kommt. Die vorher definierten Spielregeln von Angela Merkel (vier Moderatoren und Fragesteller!), um sich mit Herausforderer Martin Schulz in den Ring zu begeben, hemmten jeden Duell-Charakter. Und das Ausmaß, in dem über Flüchtlinge und Migration gesprochen wurde, ist ein beklemmender Hinweis darauf, dass der öffentliche Diskurs kaum noch andere Prioritäten kennt, und dass die rechten Hetzer Marke AfD längst die Themenführerschaft übernommen haben, ohne überhaupt an so einem TV-Event zu partizipieren. Die deutschen Medien sahen das öde Aufeinandertreffen jedenfalls viel kritischer. "Nach wirklich spannenden Unterschieden in den Politikangeboten von Kanzlerin und Kandidat mussten die Zuschauer des TV-Duells mit der Lupe suchen" (Münchner Merkur). "Schulz versuchte mit heiterer Ruppigkeit, die Kanzlerin unter Druck zu setzen. Das gelang auch, ein paar Treffer saßen. Aber sie reichten nicht, um die Kanzlerin ins Wanken zu bringen" (Welt). "Die Frager behandelten Merkel wie eine Majestät und Schulz wie ihren Domestiken" (Süddeutsche). "Das Duell war in weiten Teilen eher ein öffentlicher Koalitionsgipfel unter Regierungspartnern als ein heftiger Schlagabtausch zweier Vertreter mit einer unterschiedlichen politischen Agenda" (FAZ). "Im Rückblick wird man vermutlich sagen: Das TV-Duell war der Moment, als Martin Schulz die Bundestagswahl endgültig verloren hat" (N-TV). Als hätte er je eine echte Chance gehabt.

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04.09.16:56
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Tag 247 - Kate oben ohne

Es hat ziemlich lange gedauert, aber der Kampf war der Königsfamilie offensichtlich die Ausdauer wert. Fünf Jahre nach der Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos der Herzogin Kate haben die Royals einen juristischen Sieg errungen: Ein französisches Gericht verurteilte das People-Magazin Closer zu Geldstrafen und 100.000 Euro Schadenersatz an Kate und ihren Ehemann Prinz William. Dem Strafgericht der Pariser Vorstadt Nanterre zufolge hatte das Schmuddelheftchen, wo Paparazzi ihre Auftragswerke abgeben können, die Privatsphäre des Paares verletzt. Die Veröffentlichung der (aus sehr großer Distanz mit einem Teleobjektiv geschossenen) Fotos hatte im September 2012 für Aufsehen gesorgt und das britische Königshaus empört. Die einigermaßen unscharfen Bilder zeigten die damals 30-jährige Kate nur mit einem Bikinihöschen bekleidet auf der Terrasse eines luxuriösen Privatanwesens in der südfranzösischen Provence. Garniert war die Foto-Geschichte mit lasziven Kommentare und dem Vernehmen nach war der herzögliche Busen, der aus allerlei Perspektiven veröffentlicht wurde, ein historischer Verkaufshit. Und das, obwohl ein französisches Gericht schnell die Weiterverbreitung der Bilder stoppte. Der Prozess wegen Verletzung der Privatsphäre fand erst im vergangenen Mai statt. Die 100.000 Euro sind nun jedenfalls eine Strafe, die null Abschreckung besitzen wird. Denn der Werbewert für ein Magazin in Folge solcher pikanten Stories ist garantiert um ein Vielfaches höher. Vermutlich könnten im Kampf gegen das Geschäftsmodell des Paparazzitums im Prozessfall nur Gefängnisstrafen Abhilfe schaffen. Ob das wegen (intimer) Fotos von Personen öffentlichen Interesses, gerechtfertigt wäre, sollte jedoch im Sinne der Pressefreiheit, so schmuddelig die leider sein kann, bezweifelt werden. Dann schon lieber höhere Geldbußen. Die könnten wenigstens für gute Zwecke investiert werden. Fünf Jahre nach der Veröffentlichung von Oben-ohne-Fotos der Herzogin Kate haben die Royals einen juristischen Sieg errungen: Ein französisches Gericht verurteilte das People-Magazin "Closer" am Dienstag zu Geldstrafen und 100.000 Euro Schadenersatz an Kate und ihren Ehemann Prinz William. Dem Strafgericht der Pariser Vorstadt Nanterre zufolge hatte "Closer" die Privatsphäre des Paares verletzt. Die Veröffentlichung der Paparazzi-Fotos hatte im September 2012 für Aufsehen gesorgt und das britische Königshaus empört. Die offenbar mit einem Teleobjektiv aufgenommenen Bilder zeigten die heute 35-jährige Kate nur mit einem Bikinihöschen bekleidet auf der Terrasse eines luxuriösen Privatanwesens in der südfranzösischen Provence. Garniert war die Foto-Geschichte mit lasziven Kommentare. Ein französisches Gericht stoppte damals schnell die Weiterverbreitung der Bilder. Der Prozess wegen Verletzung der Privatsphäre fand erst im vergangenen Mai statt. - derstandard.at/2000063638653/Magazin-wegen-Oben-ohne-Fotos-von-Herzogin-Kate-verurteilt

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03.09.20:38
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Mein Abgeordnetensessel

Nun ist es fix: Teile des Parlaments sind käuflich. Am Dienstag Vormittag startet die Versteigerung der alten Möbel, die nach der Sanierung nicht mehr gebraucht werden. Dabei können beispielsweise Abgeordnetensessel oder die gesamte Regierungsbank erworben werden. Bis 19. September 14 Uhr dürfen Gebote gesetzt werden. Der Reinerlös fließt ins Bundesbudget. Die Auktion "Ein Stück Demokratiegeschichte. Mobiliar des Parlaments" steht allen offen, man muss sich lediglich vorher online auf der Website des Dorotheums registrieren. Der Rufpreis für einen Abgeordnetenstuhl liegt übrigens bei 50 Euro, ab 200 Euro kann man sein Glück versuchen, die gesamte, knapp zwölf Meter lange Regierungsbank zu erstehen. Was jedoch nicht bekannt ist: Wer auf dem allenfalls ersteigerten Stuhl einst gesessen ist. Und spätestens mit dieser Ungewissheit wird mir das Risiko auf "ein Stück Demokratiegeschichte" zu groß. Denn allein der Gedanke, welche politischen Geisteskinder "meinen" Sessel abgewetzt haben könnten, sorgt bei mir für Irritation. Die Regierungsbank wäre schon lustiger (gäbe es nicht das Platzproblem): Zumal es mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzte sein wird, auf der kein FPÖ-Politiker Platz genommen hat.

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03.09.14:29
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Tag 246 - Schwarz-Rot = Ebola?

Ich habe durchaus Verständnis, dass sich im so genannten Volksmund Formulierungen einschleifen, die bei näherer und kritischer Betrachtung verdammt jenseitig erscheinen. Ein gutes Beispiel dafür ist der alte Spruch: "Das ist wie die Wahl zwischen Pest und Cholera". Also die Gewissheit, dass jede Entscheidung zu einem unerfreulichen Resultat führt. Über solche Vergleiche darf man bei anderen Gelegenheiten - außerhalb der eigenen vier Wände - dann schon eine Sekunde länger nachdenken. Umso befremdlicher finde ich es, wenn in der Kleinen Zeitung zu lesen ist, dass es zu den oft aufgeworfenen potenziellen Regierungskonstellationen Schwarz-Blau und Rot-Blau nun auch die Möglichkeit einer Schwarz-Rot-Neuauflage kommen könnte, und zwar mit der knackigen Wortbilderweiterung: Zur Wahl zwischen Pest und Cholera käme jetzt auch noch Ebola hinzu. Das überschreitet als Schlagzeile oder Textidee aus meiner Sicht jede Geschmacksgrenze und ist nicht mehr argumentierbar. Erst vor drei Jahren starben mehr als 10.000 Menschen am Ebola-Virus. Das Gleichsetzen von Koalitionen mit tödlichen Krankheiten fällt für mich daher nicht mehr in die Kategorie: Kann man zur Veranschaulichung machen. Nein. Kann man nicht. Das ist gedankenlos und sollte nicht als mediales Kavaliersdelikt geduldet werden.

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02.09.23:51
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Das grüne Chamäleon

Natürlich hat der Grüne Bundesgeschäftsführer Robert Luschnik grundsätzlich recht, wenn er sagt: "Die Positionen von ÖVP und FPÖ werden immer austauschbarer." Das ist nicht rasend neu, daher muss die Frage erlaubt sein, warum die Partei partout nicht die Chance nützt, sich mit eigenen substanziellen Botschaften von der Konkurrenz zu unterscheiden und auf Themen zu setzen. Statt dessen plakatieren die Grünen ein Monster-Wahlplakat. Mit dem Sujet eines Chamäleons, das laut Luschnik je nach politischer Lage stets dazu bereit sei, die Farbe zu wechseln. Darunter steht in großen Buchstaben: "Im Kern ist Kurz ein Strache". Die Haltung der Grünen dabei ist klar, und der Gedanke entbehrt auch nicht einer gewissen Originalität. Aber erstens halte ich es für handwerklich und psychologisch falsch, die eigene Werbefläche zu benützen, um die Namen der anderen Parteichefs zu postulieren und zu manfestieren. Ich bin kein PR-Fachmann, aber so ein Branding erscheint mir schon ziemlich fragwürdig. Und zum anderen gibt es viel zu viele echte grüne Themen, die es in einer so schwierigen Situation wert wären, in den Fokus gerückt zu werden. Die Grünen täten in ihrer Position gut daran, ihr eigenes Profil mit Witz und Schärfe neu zu definieren statt sich an den drei Großparteien abzuarbeiten.

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02.09.23:14
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Tag 245 - WM ade

Es war - wie es der gelernte Österreicher kennt - das Spiel der letzten Chance. Und es wurde - wie es der gelernte Österreicher kennt - eine Niederlage. Das Fußball-Nationalteam verlor in Wales trotz einer spielerisch starken ersten Hälfte mit 0:1 und hat nur mehr eine rein theoretische Minimalchance auf eine Teilnahme an der Weltmeisterschaft. Was sehr, sehr schade ist. Aber irgendwie ist seit der verpatzten EURO der Wurm drin. Dabei stimme ich gar nicht so sehr in den Chor ein, der aufgrund schlechter Ergebnisse den Trainer vom Podest holen und in die Ecke stellen will (wenngleich ich auch einiges zu kritisieren hätte). Aber wer genau hinsieht, erkennt, dass dieses Team nachwievor einen Spielplan hat und auf Augenhöhe mit den stärksten Konkurrenten spielt ... allerdings ohne die nötige Effizienz. Und auf diesem Niveau liegt nun einmal alles sehr knapp beieinander. So wie in der EM-Quali zahlreiche Matches mit dem denkbar knappesten Resultat gewonnen wurden, so fehlte in der WM-Quali dieses Fünkchen Glück, das einen Lauf voller Selbstvertrauen ermöglichen könnte. Man bedenke: Gegen die unmittelbaren Rivalen Serbien, Irland, und Wales gab es in fünf Spielen nur zwei Punkte. Das ist natürlich viel zu wenig. Aber in keinem Spiel verlor Österreich mit mehr als einem Tor Differenz. Und wer gerne rechnen mag: Hätte dieses Team in jedem seiner Spiele nur ein einziges Tor mehr erzielt, dann wäre es jetzt klarer Tabellenführer. Ich weiß natürlich, dass der Konjunktiv kein seriöser Analyse-Begleiter ist, aber mir geht es in Wahrheit nur um eines: Um die Darstellung, wie eng es in solchen Bewerben zugeht, und wie genau wir uns überlegen müsen, was wir wann und warum reflexartig verdammen. Daher lege ich mich auch nach der verpatzten Qualifikation fest: Wenn Marcel Koller noch das Feuer spürt, würde ich seinen Verrtrag als Trainer sofort um zwei Jahre verlängern.

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