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13.09.18:07
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Tag 256 - Verfahren gegen Ungarn

Der britische Politfundamentalist Nigel Farrage brachte es auf den Punkt, als er Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán einen schlichten Rat erteilte. Er möge sich doch den Brexit als Vorbild nehmen und die EU verlassen. Die Spalter haben also wieder Saison. Oder noch immer. Oder mehr denn je. Wenn es nicht läuft, drauf pfeifen. Wenn Kritik kommt, abhauen. Wenn Drohungen einsetzen, beleidigt zurückschlagen. Einmal mehr offenbart sich das Dilemma, von den europäischen Ideen profitieren zu wollen und gleichzeitig im eigenen Schrebergarten in nationalistische Radikalopposition gehen. Die Marie nimmt Orbán gerne, die damit verbundenen Prinzipien einer Gemeinschaft ignorierte er zuletzt so lange und so provokant, dass es nun zu einer Abstimmung im EU-Parlament kam. Dabei stimmten 448 Abgeordnete für die Einleitung eines Verfahrens nach Artikel 7 des EU-Vertrags, 197 dagegen, 49 enthielten sich ihrer Stimme. Neben Polen steht damit nun auch Ungarn am Pranger. 79 Seiten lang ist die Liste der Vorwürfe, auf der Abgeordnete des Europaparlaments zusammengeschrieben haben, wie Ungarn aus ihrer Sicht die europäischen Werte und die Vorstellung von einem funktionierenden Rechtsstaat konsequent verletzt. Angefangen bei der Behinderung von kritischen Nichtregierungsorganisationen, bis hin zum Eingriff in die Freiheit der Wissenschaft an den Universitäten oder gar in die Pressefreiheit. Von Menschenrechtsverletzungen und Behinderung der Justiz ganz zu schweigen, oder dem menschenunwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Aber nicht nur das, es wird auch der massive Vorwurf erhoben, Ungarns Regierungschef Viktor Orbán würde sich und seine Getreuen gezielt mit europäischem Geld bereichern und das weitreichende Problem von Korruption, Interessenskonflikten und Klientelwirtschaft sowie einen Mangel an Untersuchung und Aufklärung offensichtlich erscheinen lassen. Die niederländische Grünen-Abgeordnete Judith Sargentini sprach in ihrem Bericht über eine „systemische Bedrohung der Demokratie, der Rechtsstaatlichkeit und der Grundrechte in Ungarn.“ Heißt zusammengefasst: Die demokratischen Werte sind durch ein autokratisches Verhalten in Gefahr. Auch wenn Viktor Orbán das freilich ganz anders sieht und zu einer pathetischen Erklärung ausholte: Die Grundlage der Abstimmung verletze „die Ehre der Ungarn“. Um dann den Angreifer zu spielen. Die Abgeordneten wollten „eine Regierung, ein Land und ein Volk verurteilen“. Die EU agiere besserwisserisch, messe mit zweierlei Maß, das Verfahren widerspreche den Verträgen, und Ungarn werde seine Grenzen weiter verteidigen, „wenn es sein muss, auch Ihnen gegenüber.“ Eine Zweidrittelmehrheit war jedenfalls notwendig, um das Verfahren, das im äußersten Fall zum Entzug von Stimmrechten im EU-Ministerrat führen kann, zu ermöglichen. Fraglich waren diesbezüglich die EVP-Stimmen, die als entscheidend gegolten haben. Aber auch von dieser Seite war das Votum am Ende deutlich. Nahezu alle Abgeordneten sind der Linie von EVP-Fraktionschef Manfred Weber gefolgt, der lautstark kritisiert hatte, dass er auf ungarischer Seite nicht die Bereitschaft erkannt habe, zu Lösungen beizutragen. Auch Österreichs Kanzler war ja – zur Überraschung vieler – umgeschwenkt und hat mit der Betonung auf die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie erstmals ein Signal gesetzt, auch gegen den Willen des Koalitionspartners konsequent zu handeln. Welche Rolle dabei die nahende EU-Wahl und das Gefühl, eine anhaltende Solidarität mit einem Hardliner wie Orbán könnte unangenehme Folgen haben, gespielt hat, sei dahingestellt. Fest steht, dass H. C. Strach schon vor einigen Tagen das Angebot Richtung Ungarn machte, die Fidesz-Partei sei im Kreis der Rechten herzlich willkommen. Und in diesem Sinne hielt auch der FPÖ-Mandatar Vilimsky eine Rede, in welcher er von einer "unheilvollen Allianz" sprach, und die von einer derart peinlichen Unterwürfigkeit getragen war („Orbán ist einer der Helden Europas“ … hier ist das gruselige Plädoyer zu hören), dass man sich vielleicht sorgenvoller als je zuvor die Frage stellen muss: Wie lange will die ÖVP mit dieser nicht mehr zu leugnenden Europafeindlichkeit noch gemeinsam einen Staat machen?

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12.09.22:59
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Tag 255 - Hass aufs Baby

Jetzt einmal abgesehen davon, dass ich den sonderbaren Brauch, ein Neujahrsbaby (mediengerecht) begrüßen zu müssen, für entbehrlich halte, zumal das Wettrennen (bzw. die Wettwehen) in den Spitälern mitunter grenzwertige Ausmaße annahmen – aber die Geschichte um das Siegerkind 2018 ist schon besonders exemplarisch für einen durchgeknallten Zeitgeist. Asel hieß das Mädchen, das das heuer in Wien um 0.47 Uhr in der Rudolfstiftung zur Welt kam. Doch was für die Eltern einer der schönsten Augenblicke ihres Lebens sein sollte, wurde rasch zu einem Sinnbild für Fremdenhass und überbordende Aggression. Es war einer jener Tage, an denen ich mich für mein Ösdterreichertum so richtig schämte. Denn natürlich haben – wie immer – zahlreiche Medien über das Neujahrsbaby berichtet und ihre Artikel auf Facebook gepostet. Auf dem offiziellen Foto des Wiener Krankenanstaltenverbunds trägt Asels Mutter Kopftuch, womit erwiesen war: Unser Erstling ist ein muslimisches Baby – mehr mussten die Hetzer des Landes nicht wissen, um mit ihren Widerlichkeiten und Wutbotschaften loszulegen. Einerlei, ob es sich um ein Kind und das Wunder Geburt handelte. Asel wurde mit Schaum vor dem Mund begrüßt. Die NGO Netpeace, die als Organisation 2017 von Greenpeace gegründet worden war und sich als „Friedensbewegung für das Internet“ begreift, hat jedoch einige der Hasspostings dokumentiert (beispielsweise „Nächster Terrorist geboren“ oder „Mit dem Fetzen auf dem Kopf muss die Alte doch nach der Geburt stinken wie ein nasser Dachs …ekelhaft“, nur damit die Dimension der Beschimpfungen klar wird), und das war ganz sicher noch nicht das Übelste. Eine 48-jährige Niederösterreicherin postete damals zu dem Bild von Asel auf Facebook „Menschlicher Müll, wertlose Minusmenschen“, und das blieb erstmals nicht ohne Konsequenzen. Denn nun wurde die Frau in Korneuburg für ihr menschenverachtenden Kommentare tatsächlich vor Gericht verurteilt. Und wie auch noch. Sie fasste tatsächlich neun Monaten Haft aus, drei davon sogar unbedingt. Das Urteil ist freilich nicht rechtskräftig, die mehrfach vorbestrafte Frau hatte sich in der Verhandlung nicht schuldig bekannt, was ein bedrückendes Indiz mehr für die Verrohung der Gesellschaft ist. Faktum ist, dass der Strafrahmen für Verhetzung im Jahr 2015 entscheidend verschärft wurde: Für Hetze vor größerem Publikum sind bis zu drei Jahre Haft vorgesehen, zuvor waren es zwei Jahre. Und auch die Voraussetzungen, um den Tatbestand zu erfüllen, wurden herabgesetzt: Zuvor war der Verhetzungsparagraf großteils auf Hass gegen Gruppen ausgerichtet. Nur wer zu Gewalt gegen Einzelne aufrief, machte sich strafbar. Mittlerweile kann in besonderen Fällen auch schon das „Aufstacheln zu Hass“ genügen. Und so sehr es mich mit Genugtuung erfüllt, dass solche Hassauswüchse endlich nicht ohne breit wahrnehmbare Folgen bleiben, so sehr stört es mich, dass die wahren Drahtzieher, die wahren Brandstifter, also jene öffentliche Personen, die durch ihre ausländerfeindliche Haltung den Nährboden für grausamste Beschimpfungen bereiten, davonkommen. Denn es sind in erster Linie politische Köpfe, die unsere Atmosphäre verätzen und den Menschen das Gift der Xenophobie als Selbstverständlichkeit einträufeln. Das wollen wir nicht vergessen. Jene Frau, die nun wegen „Menschlicher Müll, wertlose Minusmenschen“ möglicherweise ins Gefängnis wandert, tut das auch, weil sie sie seit Jahren dazu angestiftet wurde. Wort für Wort, Parole für Parole. Über Eigenverantworlichkeit müssen wir in diesem Zusammenhang nicht diskutieren, denn die permanente Bierzelt-Manipulation ist kein Unfall, sondern ein System der Krawallerie.

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11.09.14:21
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Tag 254 - 9/11

Ich kann mich an diesen Tag erinnern, als wäre er gestern gewesen. Und ich denke, so wird es nahezu allen Menschen gehen. Am Vormittag des 11. September 2001 rief mich ein Freund daheim an und stellte nur eine Frage: „Schaust du fern?“ Tat ich nicht, aber seine Stimme verriet mir, dass ich es augenblicklich tun sollte. Ich war zu dieser Zeit nicht in der Redaktion, weil ich als Karenzvater damit beschäftigt war, mein Kind durch das zweite Lebensjahr zu begleiten. Und ich hatte meine Tochter gerade auf dem Arm, als ich den brennenden Turm des World Trade Center sah. Zu diesem Zeitpunkt sprachen die Kommentatoren alle noch von einem tragischen Unglück, von einem Flugzeug, dass versehentlich in das Gebäude gerast war. Wir waren also unendlich weit weg von jener Dimension, die dieses Ereignis umfassen sollte. Wir wussten noch nicht, dass diese Sekunden die Welt in diesem Ausmaß erschüttern und verändern würden. Und ich weiß genau, dass ich gerade auf den Bildschirm blickte, als das zweite Flugzeug in den zweiten Turm flog. Es war ein Entsetzen, das ich nie zuvor und nie danach empfunden habe. Denn selbstverständlich war sofort klar: Kein Unfall. Absicht. Gezielte Anschläge. Terror. Und mein gedanklicher Reflex war damals nur: Jetzt kommt der dritte Weltkrieg. Zumal noch nicht einmal im Ansatz klar war, ob es bei diesen beiden Tragödien bleiben würde. Oder ob nicht auch Ziele in Washington oder Chicago, in London oder Paris, in Tokio oder Sydney in Kürze von Vernichtungsattacken heimgesucht werden sollten. Plötzlich standen die Türme des World Trade Center in Flammen, und plötzlich dachte ich an das Kind auf meinem Arm, Tränen liefen mir übers Gesicht und stellte ganz leise die Frage: „In welche Welt wächst du da hinein?“ Unvergesslich. Und als ich die Menschen aus dem Fenster springen sah und bald darauf, wie diese monumentalen Stahlträger in sich zusammenstürzten und Tausende Tote zur Gewissheit wurden, merkte ich in ungeheurer Wucht, dass ich die Bilder und die Konsequenzen dieses historischen Massenmords nicht erfassen konnte. 9/11 war zu7 groß, zu extrem, zu erschütternd.   Im Jahr 2018 setzt der Präsident der Vereinigten Staaten an diesem Tag einen Tweet ab: „17 years since September 11tht!“ Nicht mehr. Das war tatsächlich der einzige Satz, der Donald Trump spontan eingefallen ist. Aber egal, das Datum spricht ohnehin für sich. Und bei gutem Willen könnten wir ja in Betracht ziehen, dass auch der sonderbare Aktionist im Weißen Haus den gleichen Gedanken hatte. Viel bemerkenswerter finde ich, dass meine Tochter erst vor wenigen Tagen aus New York zurückgekommen ist. Sie ist mittlerweile 18 Jahre alt und war eine Woche lang in New York. Dort gibt es bekanntermaßen ziemlich viel zu sehen, zu entdecken, zu bestaunen. Aber schon zu Beginn ihres Abenteuers fuhr sie zum Ground Zero. Sie hat natürlich keine Erinnerung an diesen Tag, sieht man von den Energien ab, die sie als nicht einmal eineinhalb Jahre altes Baby ganz sicher wahrgenommen hat. Aber sie kennt die Geschichte. An der gab und gibt es kein Vorüber. Und sie erzählte mir von dem Besuch. Von den ausgelassenen Stellen, wo die Türme einst standen, und von dem Museum, das – wie es die Inszenierungsmeister der USA nun einmal beherrschen – alle Besucher für Stunden in ein gespenstisches Paralleluniversum entführt. In dem die Bilder aller Toten hängen. Mit ihren Geschichten, um die Wucht dieses Terrorwahnsinns zu dokumentieren. Und als mein Kind von den Tonbandaufnahmen erzählt, auf denen letzte Liebesgrüße aus den Flugzeugen zu hören sind, fängt sie hemmungslos zu weinen an. Wer nur ein wenig hinfühlt, zu den Seelen von 9/11, die einst zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen sind, und wer die Emotionen der Hinterbliebenen in seiner eigenen Gefühlswelt zulässt, der muss trauern. Ehrlich und tief. Auch siebzehn Jahre später. In einem Moment der persönlichen Stille und Erinnerung.

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10.09.23:41
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Tag 253 - Pammesberger

Ich kenne Michael Pammesberger seit zwanzig Jahren. Ich war damals noch in der Sportredaktion des Kurier, als er nach Wien kam, um als Karikaturist dem grandiosen Dieter Zehentmayr zu folgen, der leider 64-jährig verstorben war. Und als Zeichner in so große Fußstapfen treten zu müssen, ist schon eine extreme Herausforderung. Aber Pammesberger fand mehr und mehr zu seinem mittlerweile unnachahmlichen Stil, der nicht nur auf einem wunderbaren Strich beruht, sondern auch auf Worten, mit denen er exzellent umzugehen weiß. Das Phänomen Pammesberger zu erklären, funktioniert nicht. Denn die außergewöhnliche Begabung, jeden Tag eine politische Idee zu erschaffen, ist mindestens so tückisch wie deren Umsetzung mit der im wahrsten Sinne spitzen Feder. Auf diesem schmalen Grat zwischen Bösartigkeit und Witz entlang zu spazieren, ist nur möglich, wenn man über das Geschenk eines überaus feingeistigen Balancegefühls verfügt. Michael Pammesberger ist in mehr als zwanzig Jahren, in denen er für den Kurier Karikaturen zur Welt bringt, niemals abgestürzt. Und er hat sich immer weiterentwickelt und gelegentlich auch neu erfunden. Fast jeden Tag saß er im Konferenzzimmer und hörte aufmerksam dabei zu, welche Themen des Tages den Weg in die Zeitung finden sollten. Und dabei fiel er gelegentlich mit messerscharfen Analysen auf, die er in Sekundenschnelle entworfen hatte. Aber meistens hörte er nur zu und ließ sich von der Aufgeregtheit der Kollegenschaft inspirieren. Denn wenn der Gedanke erst einmal gereift ist, geht es bei ihm sehr schnell. Ich bin immer wieder mit einem seiner zahlreichen Bücher zu ihm gekommen, die ich mit Vorliebe verschenkt habe, und ich bat ihn um eine Widmung – eine gezeichnete selbstverständlich. Dann sagte er, ich möge das Buch bei ihm lassen, wollte ein paar kleine Infos über jenen Menschen, für den das Buch bestimmt war, und am nächsten Tag fand ich eine kleine persönliche Zeichnung vor, voller liebenswerter Botschaften. Ich sagte ihm dann: „Mich'l, Du bist ein Genie.“ Und genau so meinte ich es auch. Das Feine ist: Auch heute noch zählt er bei aller schrulligen Eitelkeit eines Einzelgängers zu den charmantesten und herzlichsten Kollegen, die ich je erleben durfte. Umso mehr freute mich die Nachricht: Erstmals wird mit dem Walther-Rode-Preis ein Karikaturist ausgezeichnet: Michael Pammesberger vom Kurier erhält die Auszeichnung, die vom Medienhaus Wien vergeben wird. Er hat es sich als überragend kluger Kopf und großer Humanist mehr als verdient. Gesellschafter Andy Kaltenbrunner begründete die Entscheidung der Jury so: „Er ist ein analytischer Beobachter des Zeitgeschehens, der höchst vergnüglich in wenigen Strichen erfasst, was lange Texte oft nur schwer erläutern können. Wenn Öffentlichkeit in die Irre geführt werden soll, wird die Wirklichkeit in Pammesbergers Karikaturen wieder zur Kenntlichkeit verzerrt.“ Gefällt mir gut. Und um ehrlich zu sein: Auf einen wie den Pammi hätte ich auch gerne eine Laudatio verfasst. Der von der Forschungsgesellschaft Medienhaus Wien mit 5.000 Euro dotierte Preis wird am Abend des 8. November verliehen. Er wird im Andenken an den österreichischen Rechtsanwalt und Publizisten Walther Rode (1876–1934) vergeben. Ich gratuliere. Und zwar wirklich von Herzen.

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Edelfeder

Mich hat es schon damals als Oberösterreicher gefreut, dass mein Lieblingskarikaturist von den OÖNachrichten zu meiner Lieblingszeitung Kurier gewechselt ist. Der Kurier hat schon immer großartige Humoristen verschiedenster Prägung in seiner Zeitung vereint ....... ich brauch darauf nicht näher eingehen :-) Voriges Jahr beim Kurier-Tag gab's von MP ein kleines Kunstwerk in Sekundenschnelle, das war sehr nett von ihm. Dieser Preis ist überaus verdient.
Alex 13.09.2018, 07:43
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09.09.15:57
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Tag 252 - Der Williams-Eklat

Was für ein Skandal in New York?! Serena Williams lieferte sich während des Finales der US Open mit dem Schiedsrichter ein nie erlebtes Duell, das sie letztendlich völlig aus der Balance warf und jene Niederlage, die sie meiner Einschätzung nach so oder so kassiert hätte, endgültig besiegelte. Es wurde natürlich sofort in den sozialen Netzwerken heftig diskutiert, wer an der Eskalation die Schuld hätte, dazu habe ich eine klare Meinung: Möglicherweise hätte der Umpire in einer Phase der Entwicklung die Emotion raus nehmen können, aber alles in allem ist klar: Serena Williams hat extrem unprofessionell reagiert, sich in diesen Streit verbissen und vor allem ihre Gegnerin Naomi Osaka, grob unsportlich mit einer unangenehmen Situation konfrontiert. Dass sie den Rhythmus der Japanerin bewusst brechen wollte (wie viele Kritiker mutmaßen), glaube ich hingegen nicht. Die erfolgreichste Tennisspielerin aller Zeiten hat st den Disput gesucht und dann die Kontrolle über die Situation verloren. Menschlich nachvollziehbar, eine Opferrolle geht sich in Anbetracht der Ereignisse aber nur schwer aus. Was ist genau passiert? Der Schiedsrichter Carlos Ramos sieht Anweisungen des Williams-Trainers Patrick Mouratoglou in der Box, und das ist laut Regeln verboten (und hier liegt schon das Grundübel, denn gegen diese Einschränkung wehren sich nahezu alle Spieler). Also spricht Ramos eine Verwarnung wegen Coachings aus. Eine (völlig korrekte) Sanktion, die immer wieder vorkommt, und die im Normalfall von den Spielerinnen und Spielern mit einem schiefen Blick oder sarkastischen Lächeln zur Kenntnis genommen wird. Nicht so von Serena Williams. Die beschwert sich laut und immer lauter darüber, dass sie die Handzeichen gar nicht gesehen hätte, und dass sie noch nie in ihrem Leben ein Coaching angenommen hätte. Und hier liegt schon der erste Hund begraben. Denn ob sie es tatsächlich wahrgenommen hat, werden wir nie erfahren. Dass es stattgefunden hat, ist jedoch erwiesen. Es war im TV gut zu sehen. Fakt ist, dass Williams immer aggressiver wurde, mit dem Finger auf den Umpire zeigte, ihn verbal attackierte und mehrfach sagte: „Sie schulden mir eine Entschuldigung“. Möglicherweise fühlte sie sich auch von amerikanischen Publikum, das munter mitmischte, animiert, hier minutenlang Gerechtigkeit für sich zu fordern, und so brachte sie sogar ihre Tochter ins Spiel. Ohne Zweifel, in diesen Augenblicken entglitt Williams die Situation. Was sich auch in der Fortsetzung des Spiels (es war mitten im 2. Satz, den ersten hatte Osaka gewonnen) zeigte. Williams verlor den Faden und das Game. Nur der Zorn blieb und wurde sogar noch größer. Also zertrümmerte sie ihr Racket. Und nun gab es die zweite Verwarnung. Auch die war korrekt, wiewohl Ramos genau jetzt mit einem Wegsehen auch eine große Portion guten Willen zur Deeskalation hätte beitragen können. Statt dessen zog er Williams – wie es das Regulativ vorsieht – einen Punkt ab. Und wieder verlor die ehemalige Nummer 1 der Welt die Nerven und das Game. Aber statt im eigenen Interesse die Geschichte abzuhaken, drehte sich noch weiter an der Erregungsspirale. Vermutlich konnte sie zu diesem Zeitpunkt nicht mehr anders, war längst eine Gefangene ihrer Emotion. Und so schimpfte sie unaufhörlich auf Ramos ein, was der mit stoischem Blick zu ignorieren versuchte. Also erhöhte Williams die sprachliche Dosis und nannte ihren Kontrahenten auf dem hohen Stuhl zuerst einen Lügner und dann einen Dieb. Irgendwann wurde es Ramos zu blöd, und er sprach wegen Code Violation das dritte Warning aus. Was gleichbedeutend mit dem Verlust eines ganzen Games (von 3:4 auf 3:5) war. Damit war das Fass übergelaufen. Williams fluchte, weinte und wiederholte immer wieder: „Das ist nicht fair“. Was insofern stimmt, als es gegenüber Naomi Osaka, die an diesem Abend ein großartiges Spiel lieferte, besonders unsportlich war. Dann kamen noch die Chefin der Damen-Tour und der Supervisor auf den Platz, es wurde unter Gejohle und Buh-Rufen weiter gestritten, aber die (korrekten) Entscheidungen blieben bestehen. Und Serena Williams verlor danach das Match. Erst bei der Siegerehrung fand sie zumindest im Angesicht von Osaka, die erstmals in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Turnier gewonnen hatte, zu ihrer Fairness zurück. In späteren Interviews wollte Williams aber nichts davon wissen, dass sie allenfalls falsch reagiert haben könnte. Statt dessen ortete sie Sexismus (weil Ramos derlei Konsequenz gegenüber Männern nie zeigen würde), und diese Dimension der Anschuldigungen wird wohl für weitere Diskussionen sorgen. Ich jedenfalls fand das Williams-Theater für enorm überzogen (ohne zu wissen, ob es dafür allenfalls auch ganz andere bis dato unbekannte Motive geben könnte), und habe mich erst recht für Naomi Osaka gefreut. Denn in diesem Szenario ruhig und bei sich zu bleiben und dann weiter grandioses Tennis zu liefern, ist eine echte Kunst. Sie ist eine ganz große Siegerin. Gratulation.

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08.09.17:03
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Tag 251 - Erfundene Interviews

Vorweg die erfreuliche Nachricht: Endlich einmal wurde eines dieser elenden Boulevardblätter wegen Lügenjournalismus zur Rechenschaft gezogen. Das Hamburger Landgericht hat heute das Urteil im Prozess um erfundene Interviews in der deutschen Freizeitwoche verkündet: 50.000 Euro Geldentschädigung muss die Zeitschrift an die US-Schauspielerin Sandra Bullock zahlen. Zwar blieben die Richter damit unter den von Bullocks Anwältin geforderten 100.000 Euro, dennoch ist das Urteil eine klare Ansage für die Verlage Bauer und Klambt (und wohl auch für die vielen anderen Medien, die den Schmuddel als Geschäftsmodell pflegen). Mehr noch, wenn man sieht, mit welchen Argumenten sich die Verantwortlichen aus der Affäre zu ziehen versuchten. Die hatten im Laufe des Prozesses jede Schuld von sich gewiesen und sogar die Idee verfolgt, sich selbst als Betrogene darzustellen. Was für ein jämmerliches Bild einer ganzen Branche. Denn nach dem ersten Verhandlungstag hatte die Freizeitwoche noch einmal die Möglichkeit bekommen, Belege dafür zu liefern, dass die angeblichen „Exklusiv-Interviews“ mit Bullock tatsächlich stattgefunden haben. Doch auch am zweiten Verhandlungstag stand die Verlagsanwältin mit leeren Händen da. Warum das so war, darüber muss wohl keine zweite Sekunde nachgedacht werden. Und so ging es am Hamburger Landgerichts dann auch gar nicht mehr um die Frage, ob die Interviews echt sind, sondern darum, ob die Redaktion ihrer journalistischen Sorgfaltspflicht nachgekommen ist. Hätte sie nicht viel früher merken müssen, dass da etwas faul ist? Oder hat sie es womöglich sogar gemerkt, aber bewusst nichts dagegen unternommen? Die Verlage Bauer und Klambt hielten jedenfalls fest, dass die Redaktion „besten Wissens und Gewissens gehandelt“ habe. Was für ein Offenbarungseid in Anbetracht von Schlagzeilen wie "George Clooney macht mich einfach an". Und was für ein schmieriges Schauspiel, die Schuld an den Autor weiterleiten zu wollen. Denn, so hieß es, wenn die Interviews tatsächlich gefälscht wären, dann sei die Redaktion vom Verfasser der Interviews "hintergangen worden". Man muss sich das vorstellen: Sechs angebliche "Exklusiv-Interviews" mit Sandra Bullock hatte die Freizeitwoche seit 2005 veröffentlicht, doch keines davon habe in der Realität je stattgefunden, erklärte Bullock. Und sie ist - was für eine Überraschung - nicht die einzige: Auch die Sprecher anderer Prominenter teilten in der Causa mit, dass die Freizeitwoche-Interviews mit ihren Klienten frei erfunden seien. Und je genauer man hinsieht, desto unfassbarer wird die Verkausmasche. Insgesamt hat die Zeitschrift in zehn Jahren angeblich über 300 verblüffend intime Interviews mit Hollywoodstars veröffentlicht. Sandra Bullock, die mit zahllosen Äußerungen über ihr Privatleben, ihre Kinder, ihre Ehe und über das, was sie "erotisch erregt" zitiert wurde, ist aber bisher die einzige, die juristisch dagegen vorgegangen ist. Das Urteil ist freilich noch nichts rechtkräftig, die Verlage haben noch Zeit, sich über eine Berufung Gedanken zu machen. Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass es eine Neubewertung des allzu Offensichtlichen geben wird. Umso mehr ägert mich - und jetzt komme ich zu meinem großen Aber - die Höhe der Strafe. Denn klar scheint zu sein, dass die vielen Schlüssellochgeschichten und Gespräche mit Geheimnisverrat eine Art Verkaufsgarantie zur Folge haben, weshalb wir davon ausgehen müssen, dass erfundene Interviews mit einem Superstar mehr bringen als die Abschlagzahlungen im Falle des Erwischtwerdens ausmachen. Ich glaube daher, dass 50.000 Euro für Verlage dieser Dimension viel zu leicht verschmerzbar sind. Denn erst, wenn es finanziell wirklich richtig weh tut, könnte eine längst üblich gewordene Geschäftspraxis von Lüge und Betrug an der Leserschaft ins Wanken geraten. Daher wünsche ich mir wirklich, dass Sandra Bullocks Intervention erst der Anfang war. Der Kampf um die Seriosität darf von den Boulevardmedien nicht kalt lächelnd zur Kenntnis genommen werden. Er muss dort ansetzen, wo er die größte Wirkung entfaltet: Bei der Marie.

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07.09.18:11
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Tag 250 - Der zwielichtige Verfassungsschutz

Es ist alles so unsäglich. So deprimierend. Horst Seehofer, immerhin Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, sagte beispielsweise tatsächlich folgendes: "Ich bin auch froh über jeden, der in Deutschland straftätig, straffällig wird und aus dem Ausland stammt. auch die müssen das Land verlassen.“ Was genau er mit dem Gestammel gemeint haben könnte, sei dahingestellt, aber verräterisch ist es so oder so. Und jetzt taucht auch noch Hans-Georg Maaßen auf der Bühne der Verharmlosung und Anbiederung auf. Als wäre dort nicht schon genug Gedränge. Maaßen äußerte in vollem Bewusstsein seiner Funktion allen Ernstes lautstark Zweifel an Informationen über Hetzjagden, die während der Demonstrationen in Chemnitz auf Migranten und Journalisten stattgefunden haben. Nach dem gewaltsamen Tod eines 35-jährigen Deutsch-Kubaners, mutmaßlich getötet von zwei aus Syrien und dem Irak stammenden Männern (die in Untersuchungshaft sitzen), wurde aus dem angesagten Trauermarsch bekanntlich ein außer Kontrolle geratenes Kesseltreiben. Maaßens Zitat in der BILD-Zeitung: "Die Skepsis gegenüber den Medienberichten zu rechtsextremistischen Hetzjagden in Chemnitz werden von mir geteilt.“ Unfassbar. Und schon tobt bei unserem Nachbar eine gigantische Diskussion darüber, was genau wir unter einer Hetzjagd verstehen müssen. Einerlei, ob es einen wütenden Mob gab, ob Hitler-Hooligans durch die Straßen zogen, ob zahllose Medien von persönlichen Attacken berichtete – es geht jetzt um semantische Spitzfindigkeiten. Das mittlerweile bekannte Video, auf dem zu sehen ist, wie schimpfende Extremisten einem Ausländer nachlaufen, kommentiert Maaßen so: "Es liegen keine Belege dafür vor, dass das im Internet kursierende Video zu diesem angeblichen Vorfall authentisch ist." Heißt, der oberste Verfassungsschützer spekuliert ohne Genierer öffentlich herum und schlägt sich auf die Seite der AfD. Was ist da bitte los? Denn prompt wird ihm von Horst Seehofer, der in der ZDF-heute-Show als „Vater der geistigen Inkontinenz“ bezeichnet wird, den Rücken: "Herr Maaßen hat mein volles Vertrauen." Seehofer selbst stehe im ständigen Austausch mit den Sicherheitsbehörden. Dies gelte auch für die Vorfälle in Chemnitz. Sein Informationsstand sei mit dem von Maaßen identisch, sagte Seehofer. Und Maaßen legt unter dem Jubel der Rechten nach: "Nach meiner vorsichtigen Bewertung sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken." Damit brachte er das Fass zum Überlaufen. So hat Thomas Oppermann von der SPD, hat kein Verständnis für die Äußerungen Maaßens. "Wir haben Bilder gesehen, wir haben Zeugen gehört. Wir haben gesehen, wie Menschen den Hitlergruß offen auf der Straße gezeigt haben." Und er forderte, dass der Staat bei solche Zuständen gegenhalten müsse. "Wir haben ein staatliches Gewaltmonopol und ehrlich gesagt: Das zu verteidigen, ist auch Aufgabe des Präsidenten des Amtes für Verfassungsschutz." Beängstigend, mit welchem Nachdruck jener Umgang eingefordert werden muss, der eine demokratische Selbstverständlichkeit sein müsste. SPD-Vize Stegner forderte sogar (wie auch Linken-Chefin Kippin) Maaßens Entlassung. "Ich finde, dass er in dem Amt nicht mehr zu halten ist". Als Präsident müsse er die Verfassung schützen "und nicht die rechten Demokratiefeinde". Grünen-Chef Hofreiter verlangt daher auch Belege: "Wenn Herr Maaßen solche Behauptungen aufstellt, muss er sie zweifelsfrei belegen. Alles andere ist unverantwortlich und ein Schlag ins Gesicht all jener, die angegriffen wurden." Denn klar ist, dass auf diese Art und Weise die Vorfälle trotz über hundert laufender Ermittlungsverfahren wegen möglicher Straftaten (bewusst?) heruntergespielt werden, allenfalls auch, um keine Staatskrise zu provozieren. Diesbezüglich ist es jedenfalls nicht förderlich, dass es zu einem Treffen Maaßens mit dem AfD-Vorsitzenden Alexander Gauland kam, das laut Innenministerium "nicht der gängigen Praxis" entspricht. Und vor drei hatte sich der Verfassungsschutzchef zweimal mit der damaligen AfD-Vorsitzenden Frauke Petry getroffen, um ihr – so der Vorwurf – Ratschläge zu geben, wie sie eine Beobachtung der AfD durch den Verfassungsschutz vermeiden könne. Unvorstellbar? Leider längst nicht mehr. Und die Geschichte zeigt nur zu deutlich, warum Österreichs Innenminister so großes Interesse daran gehabt haben könnte, den Chef des BVT zu suspendieren und durch einen Vertrauensmann zu ersetzen. Dass es diesen Versuch gab, bestreitet Herbert Kickl freilich. Aber es liegt so oder so Kraft seines Amtes in seiner Hand, bei welchen Ermittlungen der Verfassungsschutz in Zukunft den größten Fokus entwickeln soll. Er kann das anordnen. Und nun dürfen wir alle raten, wer sich fortan ein bisserl leichter der Beobachtung entziehen kann. Und sollte in Anbetracht dieser Entwicklungen noch immer jemand die naive "Alles-aufgebauscht"-Haltung zum Prinzip erklären, möge er am Ende nur eines nie, nie, nie sagen: "Das hätten wir doch nicht ahnen können."  

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'Erinnerung an Kästners Lawine ..

An eben diesen Ihren Tagebucheintrag (Tag 198) fühle ich mich in diesem Zusammenhang einmal mehr erinnert, und ich frage mich, wie in aller Welt
es uns gelingen kann, diesen immer größer werdenden Schnellball zu
zertreten, bevor er endgültig zur Lawine wird ...


Doris Alt 11.09.2018, 22:57
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06.09.23:25
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Tag 249 - Mitterlehner reibt auf

Ich kann mich noch so gut erinnern, wie ich trotz aller Mühseligkeiten, die eine Große Koalition in Österreich über Jahrzehnte produzierte, trotzdem nicht müde wurde, stets aufs Neue zu betonen: Die rotschwarze Regierung arbeitet visionärer als die meisten Kritiker wahrhaben wollen. Ihre Ergebnisse sind wesentlich besser als ihr Ruf. Aber ich war einer der wenigen, die nicht mit den Wölfen heulten, dass es bitte endlich ein Ende dieser Zusammenarbeit geben müsse, dass Österreich dringend einen neuen Wind für Reformen benötigen würde. Und zwar einen Wind von rechts. Was schreibe ich … einen Sturm von rechts. Monatelang haben nicht nur die Boulevardzeitungen, sondern auch bürgerliche Blätter wie Kurier, Presse oder Kleine Zeitung eine schwarzblaue Renaissance herbei formuliert. Mit der selbstgefälligen Sicherheit, dass man ja aus den Fehlern der letzten diesbezüglichen Koalition gelernt hätte. Ich habe dem immer widersprochen. Meine Überzeugung war: Lieber fünf weitere Jahre mit SPÖ und ÖVP in der Regierung als nur fünf Tage mit der FPÖ. Und an dieser Haltung hat sich nichts geändert, ganz im Gegenteil. Die Umtriebe der blauen Machtbesessenen sind schlimmer als je befürchtet, und das laute Schweigen der ÖVP ist unerträglicher als in meinen kühnsten Phantasien. Erstaunlich finde ich nur, mit welcher Konsequenz so viele schwarzen Politiker, die immerzu bekannt waren für Werte, Menschlichkeit und europäische Gemeinsamkeit, der aktuellen Entwicklung tatenlos zusehen, sich wegducken, und die Zusammenarbeit mit einer Partei, die Hetze und Spaltung als wichtigsten Programmpunkt aus der Oppositionszeit mitgenommen hat, nicht Tag für Tag aufs Schärfste verurteilen. Und dann sah ich plötzlich die Diskussion auf Puls4. Pro & Contra mit Christian Kern und Reinhold Mitterlehner, der erstmals seit seiner politischen Ermordung wieder auf einem Posium zu Gast war. Ich sah ein Duo, das einst gut harmonierte und – meiner Meinung nach – die Republik mit Anstand und Herz führte. Aber die Medien wollten eine Revolution. Sie wollten Veränderung. Sie wollten Bewegung. Und sie wollten vor allem Geld. Jene Millionen, die ein Wahlkampf bringt. Geschäft schlägt Moral, auch das war einmal mehr die bittere Lehre des vergangenen Jahres. Ein Jahr später war es daher ein ungewohnter Anblick, als Kern und Mitterlehner nebeneinander im TV-Studio Platz nahmen. Und es war noch ungewohnter, den ehemaligen ÖVP-Obmann dabei zuzusehen, wie er die Parteilinie der türkisen Staatsumbauer verließ und sich unüberhörbar gnadenlos treu blieb. Denn auch der Vizekanzler der letzten Regierung machte kein Geheimnis daraus, wie notwendig eine scharfe Kritik an der aktuellen Politik sei. Zumindest in der Frage der Lehre für Asylwerber, die dort diskutiert wurde. Denn nicht vergessen: Reinhold Mitterlehner hatte sich mit seiner Unterschrift der Petition „Ausbildung statt Abschiebung“ offen gegen den Kurz-Kurs gestellt, und er erneuerte diese Ansicht einigermaßen angriffslustig. Auch wenn der einstige Wirtschaftsminister beteuerte, sich nicht gegen die Regierung, „sondern für eine Sache“ zu engagieren, so sagte er doch dezidiert, dass er es schlicht für "ökonomisch sinnvoll, dass diejenigen, die da sind, auch eine entsprechende Ausbildung machen“. Denn all jenen, die in der Folge einen positiven Asylbescheid bekommen, „nehmen Sie die Zukunft“. Und in Richtung Walter Rosenkranz, der sich im Talk auf der Gegenseite so gerne als permanenter Lobpreiser der türkisenblauen Koalition präsentierte, sagte er erstaunlich emotionell und sarkastisch: „Diese Bundesregierung' … dieses höhere Wesen, das wir hier verehren ...“ ( hier nachzusehen). Und er zeigte uns damit, dass es ihn noch gibt, den Widerspruch in der ÖVP. Weshalb wir hoffen dürfen, dass Mitterlehner damit auch anderen längst ausgegrenzten Kollegen Mut macht. Zur Courage und Wiederbesinnung, fernab von Machtrausch, Prozentefuror und Kanzlerfetisch.

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05.09.11:46
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Tag 248 - Was für ein Match!

Ich gestehe, die Frau an meiner Seite hat mich für völlig verrückt erklärt, zumal ich am folgenden Tag tatsächlich sehr viel Arbeit vor mir hatte. Aber es gibt Tage im Leben, da muss einem das egal sein. Da muss man seinem Bauchgefühl folgen, das sagt: Es wird etwas Bedeutendes passieren, und da solltest Du unbedingt dabei sein. Also bin ich bereits vor der ZiB2 ins Bett gegangen, um genug geschlafen zu haben, wenn um 3.30 Uhr der Wecker läutet. Leicht war es nicht, das Bett zu verlassen, wenn vor den Fenstern tiefe Dunkelheit herrscht. Aber kaum habe ich den Fernseher aufgedreht, erblickte mein Auge: Dominic Thiem führt im Viertelfinale der US Open gegen den hohen Favoriten Rafael Nadal mit 3:0. Und das mit zwei Breaks. Ich habe also fast genau den richtigen Zeitpunkt gewählt, um ins Wohnzimmer zu übersiedeln. Und was ich dann sehen durfte, war für einen leidenschaftlichen Tennisspieler wie ein Geschenk. Eine Morgengabe quasi. Thiem spielte auf dem Center Court von New York möglicherweise den besten Satz seines Lebens und demolierte den Titelverteidiger und die Nummer eins der Welt mit 6:0. Die Höchststrafe für die Stars. Dabei gelang dem Österreicher alles, was einem auf diesem Niveau gelingen muss, und es erinnerte nichts an die bittere Finalniederlage von Paris (auf Sand). Mir war natürlich bewusst, dass es in diesem Stil nicht weitergehen würde, aber ich hatte eine tiefe Überzeugung, dass Thiem Geschichte schreiben konnte (vor allem, nachdem ich das sagenhaft gute Match im Achtelfinale gegen den Wimbledon-Finalisten Anderson gesehen hatte). Und genau deshalb bin ich auch aufgestanden. Leider nutzte Thiem seine vielen guten Momente in Folge nicht aus und verlor gegen einen klarerweise immer stärker werdenden Nadal den zweiten Satz 4:6. Im dritten Satz führte er bereits 5:3, ließ aber seinen Gegner durch ein paar leichte Fehler zurück ins Spiel. Er verlor vier Games in Folge und damit auch den dritten Satz 5:7. Damit war zu fürchten, dass es kommen sollte, wie es meistens kommt: Ärger, Frust, Fehler, ein schnelles Ende. Aber nichts dergleichen geschah, und das war für mich die großartigste Erkenntnis dieser Partie. Thiem kämpfte sich ins Match, ließ sich die Tiefschläge nicht anmerken, glaubte an seine Chance. Seine Körpersprache und seine Schlagkraft ließen mich weiter denken, dass er für einen Sieg immer noch bereit sei. Und so kam es auch. Er gewann den vierten Satz im Tie-Break 7:6 und hatte Nadal dort, wo er ihn haben wollte. In einem Entscheidungssatz, der vor allem über die Physis entschieden werden sollte. Vorteil Thiem, mochte man meinen. Aber ein Klassemann wie Nadal mobilisiert eben gerade dann Reserven, die andere Spieler gar nicht kennen. Er stellte den Stil um, verkürzte die Ballwechsel, ließ sich nicht mehr in Kraft raubende Rallyes verwickeln, sondern suchte permanent den Weg ans Netz. Die körperlichen Vorteile des viel jüngeren Österreichers machte er also mit strategischen Tricks wett. Und so entwickelte sich ein phantastisches Tennismatch, das vor allem einen zuletzt verloren gegangenen Glauben in mir zurückkehren ließ: Dass Dominic Thiem vielleicht doch wieder einen Schritt nach vorne gemacht haben könnte und einem ersten Grand-Slam-Titel näher ist als es in den vergangenen Wochen und Monaten den Anschein hatte. Vor allem die Phase, als er in der Entscheidung bei 5:5 und eigenem Aufschlag 0:40 in Rückstand geriet. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wäre ein Thiem der Vergangenheit gebrochen gewesen. War er nicht. Der Thiem der Gegenwart suchte statt dessen das Risiko und packte seine allerbesten Schläge aus. Ein Fingerzeig der eigenen Möglichkeiten. Thiem drehte das Game und ging 6:5 in Führung. Am Ende verlor er dennoch das Match. Diesmal hatte nämlich Nadal im Tie-Break dieses Quäntchen Glück mehr, das es für große Siege braucht. Denn sein junger Konkurrent schlug einen leichten Smash ins Out. Es war bereits nach acht Uhr in der Früh, aber ich war unendlich froh, dass ich mir dieses fast fünfstündige Duell angeschaut habe. Und sei es nur wegen der Bilder zum Schluss, als Nadal auf die andere Seite lief und Thiem ungewöhnlich herzlich umarmte. Es war die Begegnung eines Freundes. Er redete auf den Verlierer ein, tröstete ihn und fand auch anschließend im Interview nur tolle Worte für Österreichs besten Tennisspieler. So sieht Sportsgeist aus. Respekt für den Sieger, aus vielen Gründen. Und auch deshalb liebe ich diesen Sport. Wenn auch zum aktuellen Zeitpunkt ein bisserl müde.

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04.09.19:33
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Tag 247 - Die Lehrlingshetze

Ich bin es schon so unfassbar leid, mir zu diesem Thema die Finger wund zu schreiben, aber in mir schreit eine demokratische Stimme immer wieder: „Halte es fest! Dokumentiere den Wahnsinn“ Und das tue ich mittlerweile seit Jahren. Und fühle mich jeden Tag mehr bestätigt für die vielen warnenden Worte, die auf dieser Website erschienen sind. Aber es ist, wie es ist. Daher: Erzählen wir die widerwärtige Geschichte doch Schritt für Schritt, um das ganze Ausmaß der politischen Niedertracht und der dramatisch gefährlichen Entschlossenheit einer österreichischen Regierungspartei zu erfassen.
1. Akt: Der oberösterreichische grüne Integrationslandesrat Rudi Anschober startet eine Petition mit dem Namen „Ausbildung statt Abschiebung“. Nicht nur im Namen des Humanismus, sondern auch mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit von Integrationsmaßnahmen für Fachkräfte der Zukunft. Die Initiative erfreut sich rasch sehr breiter Unterstützung, auch aus der Industrie und der Wirtschaft melden sich ÖVP-Sympathisanten, die sich öffentlich gegen den von der Regierung proklamierten Stopp für eine Ausbildung von Asylwerbern stellen.
2. Akt: Auch der Bundespräsident warnte vor den radikalen Plänen der Regierung, die einmal mehr auf dem Rücken von Ausländern populistische Effekte inszenierten. Daher kommt es auch zu dem Fototermin, für den Alexander Van der Bellen und Rudi Anschober als klares Signal mit einem afghanischen Lehrling posieren. Der 15-Jährige gilt als Mitarbeiter einer großen Supermarktkette in Neumarkt im Hausruckviertel als Musterbeispiel für ein gelungenes Miteinander.
3. Akt: Genau das ist – als wäre dieser Befund nicht schändlich genug – für die aktuelle österreichische Bundesregierung kein Grund zur Freude, sondern einer, der die bösen Geister beschwört. Denn nichts ist übler als der Abbau von Feindbildern. Das ist vor allem die FPÖ-DNA. Hetze und Hass als Existenzgrundlage. Daher musste gegen die Frohbotschaft, die enorme Verbreitung gefunden hatte, etwas unternommen werden.
4. Akt: Die Jagdgesellschaft formierte sich, und dann ging alles sehr einfach. Man suchte, und man fand. Und zwar deshalb, weil man unbedingt finden wollte. Und so berichtete der oberösterreichische FPÖ-Landesparteisekretär Erwin Schreiner über eine mögliche Straftat im Internet: „Öffentlich ersichtlich war auf diesem Profil, dass ihm die Liwa Fatemiyoun gefällt, die unter anderem auch als Hisbollah Afghanistans bekannt ist.“ Ein einziges entdecktes Like genügte also, um den Pranger nach allen Regeln der Fremdenfeindlichkeitskunst zu errichten. Denn nun erstattete FPÖ-Klubchef Anzeige und übermittelte die Hinweise an den Verfassungsschutz Wien.
5. Akt: Ja, so läuft das. Denn war eines sicher: Es kann nicht, es muss ermittelt werden. So verlangt es das Gesetz. Und mit genau diesem Wissen warteten die Hetzstrategen ein paar Tage (um sicher zu sein, dass der Akt auch eingelangt ist), um dann artig die Kronen Zeitung über ihren Coup zu informieren. Die fragte freilich sofort beim Verfassungsschutz nach und bekam – eh klar – die korrekte Auskunft, dass gegen den Afghanen ermittelt wird. Ob sich zu diesem Zeitpunkt überhaupt schon irgendwer mit der Geschichte näher befasst hat, ist nicht bekannt, aber eher unwahrscheinlich. Laut Berichten hatte die Sichtung der Unterlagen noch gar nicht begonnen.
6. Akt. Für die Kronen Zeitung ist das einerlei. Die hatte (einmal mehr), was sie wollte und knallte die Schlagzeilen raus: Verfassungsschutz ermittelt gegen „Vorzeigelehrling“. Willkommen in der Boulevardgosse. Auf Basis eines nicht näher untersuchten Facebook-Likes lieferte die größte österreichische Tageszeitung, von den FPÖ-Brandstiftern flankiert, einen 15-jährigen Lehrling dem Mob aus. Mit der Perfidie von Anführungszeichen diskreditierte sie einen jungen Asylwerber, der mit ganzem Herzen um Anerkennung und Asylstatus kämpft. Wissend, was passieren wird und muss: Ein tobendes Volk, wie es die Krawallmacher um H. C. Strache am liebsten sehen. Denn selbstverständlich teilten die FPÖ-Leute den Artikel eifrig in den sozialen Netzwerken und weideten sich an den Abertausenden Kommentaren, die dem Lehrling nur das Schlimmste wünschten. Und der Kanzler? Schwieg. Das ist nicht ungewöhnlich, sollte nur ebenfalls dokumentiert sein.
7. Akt: Die Wiener Zeitung enthüllt einen fatalen Irrtum. So sei zwar im Text der Vorname des Lehrlings angegeben, auf dem Facebook-Foto markiert sei allerdings ein völlig anderer Name. Auf den sich jedoch die FPÖ-Brüller bezogen hätten. Der angezeigte Mann sieht aber anders aus als der jugendliche Lehrling und Asylwerber in Oberösterreich, korpulenter und mit einem anderen Haarschnitt. Außerdem gibt er an, in Wien zu wohnen. Auf die Frage, ob diese Suchergebnisse der FPÖ reichen, um womöglich eine falsche Person zu verfolgen antwortete der Wiener Landtagsabgeordnete Leo Kohlbauer: „Zum Verfassungsschutz kann man immer gehen“. Heißt: Es nährt sich der Verdacht, dass hier auf Basis einer simplen Verwechslung ein abgrundtiefer Fehler passiert ist. Ob ein solcher bewusst in Kauf genommen wurde, ist natürlich reine Spekulation. Aber es scheint sich mehr und mehr zu bewahrheiten, dass Knüppel-aus-dem-Sack-Gudenus und die verbündete Kronen Zeitung einen völlig unschuldigen Lehrling öffentlich unter Terrorverdacht gestellt und fahrlässig gnadenlos einer Lynchjustizgesellschaft ausgeliefert haben. Sollte sich das tatsächlich in diesem Ausmaß herausstellen, müssen wir hoffen, dass der junge Mann jene psychische und physische, moralische und finanzielle Unterstützung bekommt, um die Kraft zu entwickeln, einen Musterprozess in Gang zu setzen. Denn es wird Zeit, allerhöchste Zeit, die niederträchtigen Recken einer Regierungspartei und ihre Hofberichterstatter in Grund und Boden zu klagen.

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03.09.21:05
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Tag 246 - Vassilakous Abgang

Ich werde diesen Dialog nie vergessen. Ich saß in einem Taxi Richtung Stadt, als wir im Zuge einer Verengung der Währinger Straße vor der Kreuzung Nussdorfer Straße in einen Stau gerieten, weil sich die unheilvolle Kombination aus Ampel, Straßenbahnhaltestelle für mehrere Linien und Abendverkehr gnadenlos entfaltete. Es handelt sich dabei um eine Passage, die ich seit mindestens zwanzig Jahren für eine (leider irreversible) Fehlplanung erachte, aber man gewöhnt sich in einer Metropole eben auch an solche Blödheiten. Also sagte ich im Angesicht des Stillstands fast beiläufig: "Das ist echt a Schas hier." Und der Taxler antwortete wie aus der Pistole geschossen: "Völlig richtig. Bedanken Sie sich bei der Vassilakou." Ich konnte ihn dann zwar in einer kurzen Diskussion davon überzeugen, dass es diese Engstelle schon gab, als die grüne Stadträtin vermutlich noch in die Schule ging, aber die Geschichte zeigte mir nachdrücklich, wofür die Wiener Grünen-Chefin stand: Für die Schuld an allem, was den Wienern gegen den Strich ging. Befeuert wurde dieses sonderbare Selbstverständnis vor allem durch Vassilakous Bekenntnis zur bis zur Sturheit ausgereizten Unangepasstheit, zum fast schon provokanten Willen, eigene Ideen auch gegen den roten Koalitionspartner zu forcieren, und ihr fehlendes Talent zur stragischen Kommunikation. Sie hatte Visionen, und sie sprach laut darüber - ohne Rücksicht auf Verluste. Das mag man gerade in einer Stadt der Raunzer verfehlt empfinden, andererseits werden so oft politische Ecken und Kanten gefordert, dass es verwunderlich anmutet, wie hart eine stets polarisierende Frau als Stachel im SPÖ-Machtgefüge wahr- und rangenommen wurde, auch in den Medien, vor allem in der Kronen Zeitung, wo keine Gelegenheit ausgelassen wurde, Vassilakou im schlechtestmöglichen Licht erscheinen zu lassen. Das prägt eine Gesellschaft, auch über die Grenzen der Vernunft und der Gerechtigkeit hinweg. Vassilakous größter Fehler war, dass sie Vassilakou blieb. Ich nenne das hingegen eine Tugend. Und so fragte die streitbare Verkehrsideologin, der wie niemandem anderen die zutiefst grüne Haltung zum Vorwurf gemacht worden war, bei ihrer großen Pressekonferenz fast zweideutig in den Raum: „Sind jetzt alle zufrieden?“ Gemeint hat sie, ob sie loslegen dürfe. Mitgeschwungen ist die Antizipation zu dem, was es zu verkünden galt. Sie werde nicht mehr als Spitzenkandidatin der Wiener Grünen kandidieren. Als Vizebürgermeisterin und Stadträtin werde sie längstens bis zum nächsten Rechnungsabschluss (Juni 2019) im Amt bleiben. Dann erzählt sie wieder einmal ihre Lebensgeschichte. Von ihrer Kindheit am Athener Stadtrand, wo planlos gebaut worden sei. „Alles wurde verschluckt von einer Wüste aus Beton und Asphalt“, auch das sei verantwortlich für den Willen, als Planungsstadträtin, die vor 22 Jahren als Studentin nach Wien kam, um zu bleiben, für Impulse zu sorgen und Lebenswerte zu erschaffen. Und dabei sah sie sich immer wieder mit abenteuerlichen Widerständen konfrontiert. Auch deshalb, weil sie das österreichische Credo "Brauch'ma net" und das allgegenwärtige Bewusstsein "Das war immer so, also muss es immer so bleiben" mit einer Beharrlichkeit ignorierte, dass es ihre Kritikern narrisch machte. Erinnern wir uns nur an das Projekt Mariahilfer Straße, das sie mit ungebrochener Leidenschaft aus Überzeugung vor allem gegen ein scheinbar übermächtiges Boulevard-Heer umsetzte. Für ihren Plan, die ganze Stadt zu einer Parkpickerl-Zone zu machen, wurde sie verlacht und verhöhnt. Jahre später ist die Regionalpolitik Bezirk für Bezirk dort angekommen, wo sie von Anfang an hinwollte. Nahezu alle Bezirke Wiens sind Kurzpark-Bereiche. Eine (zu) späte Genugtuung. Das grandiose 365-Euro-Öffi-Ticket, das sie gegen rote Proteste durchsetzte oder die bedingungslose Hingabe zur Stärkung des Radverkehrs und Verdrängung der Autos, sind letztendlich jene Themen, die grüner nicht sein könnten, und wegen derer sie trotzdem auch in den eigenen Reihen immer wieder unter Beschuss geriet. Ja, Maria Vassilakou, die inzwischen griechisch-österreichische Doppelstaatsbürgerin ist, war eine komplizierte und streitbare Persönlichkeit. Aber sie war mindestens so innovativ und mutig. 1996 zog sie für die Grünen in den Wiener Gemeinderat ein, 2005 war sie erstmals Spitzenkandidatin. 2010 liebäugelte sie mit der Regierungsverantwortung. Unvergessen ihre Ansage im Wahlkampf: „Was kann Strache Grauslicheres passieren als eine Migrantin als Vizebürgermeisterin?“ Bald darauf war es soweit, die SPÖ musste nach dem Verlust der Absoluten koalieren und bildete eine Koalition mit den Grünen, Vassilakou wurde Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin. Und diese Koalition war aus sehr vielen Gründen ganz sicher nicht das schlechteste für Wien. Im Gegenteil. Ich bedaure den Abgang. Maria Vassilakou war aus meiner Sicht eine exzellente Politikerin, die viel zielorientierter und bedachter agierte als die meisten glauben mögen - aber ihr Image wurde über Jahre hinweg kaputt geredet und geschrieben. Bis eben der Taxifahrer ihr schon ein Versagen umhängte für Entwicklungen, die lange vor ihrer Zeit in Gang gesetzt worden waren. Es sei Zeit für eine neue Generation, neue Visionen, sagte sie zum Abschied. Zudem sei die Spitzenpolitik etwas sehr Intensives, und sie werde in sechs Monaten 50 Jahre alt. Da beginne man sich zu fragen, was man im Leben noch erreichen wolle. Da schwang schon viel Wehmut mit. Und für die gebeutelten Grünen halte ich es nicht für einen Coup, die scheinbar ungeliebte Chefin in den Rücktritt gebtrieben zu haben, sondern für einen nächsten schweren Fehler. Die Partei verliert ein weiteres Mal eine Garantie für Auffälligkeit und öffentliche Reibung. Es ist der endgültige Abgesang auf die Unbequemlichkeit. Schade. Sehr schade.

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02.09.22:59
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Tag 245 - Dönmez, der Sexist

Der einstige streitbare Mandatar der Grünen, Efgani Dönmez, hat sich vor einem Jahr dazu entschlossen, an die Seite von Sebastian Kurz zu treten. Und wurde prompt für die Bewegung engagiert, wie so viele andere, die einen bestimmten Bereich nach außen hin abdecken sollten. Der ÖVP hat sich der oberösterreichische Vorkämpfer gegen den politischen Islam zwar nie angeschlossen, aber das hat damals wie heute ohnehin niemanden gekümmert oder interessiert. Dönmez war einer jener, die plötzlich wieder eine politische Heimat und einen Weg aus der jahrelangen Bedeutungslosigkeit gefunden haben. In diesem Sinne wurde er im Oktober quasi mitgewählt und blieb seitdem als Abgeordneter so unauffällig wie stets zuvor. Bis zum heutigen Tag. Denn jetzt endlich konnte Efgani Dönmez vor der gesamten Öffentlichkeit unter Beweis stellen, welch' Geistes Kind er ist. Und vor allem dokumentieren, dass auch Blödheit eine Kategorie des Populismus ist. Die kurze, simple und beschämende Geschichte: Ein deutscher Twitterer schrieb „Zoff um Chebli-Tweet zu Chemnitz, Aufruf zu linker Gewalt? Immer wieder gelingt es ihr, nicht die richtigen Formulierungen zu finden, immer wieder muss sie zurückrudern. Wie konnte sie jemals Staatssekretärin werden?“ Gemeint war Sawsan Chebli von der SPD, mit der Herr Dönmez offensichtlich sehr spezielle Phantasien verbindet, denn er antwortete auf Twitter (also für alle gut einsehbar): „Schau dir mal ihre Knie an, vielleicht findest du da eine Antwort“ und fügte noch ein männlich-lässiges Zwinkersmiley hinzu. Die Botschaft war klar: Ein österreichischer Mandatar schreibt, dass sich eine Frau aus der deutschen Regierung dank ihrer oralen Fähigkeit in ihre Position gedient hat … mit dem übermittelten Gedanken, dass ausgiebiges Fellatio auf Knien stattfindet und daher für Abnützungen sorgt. Das ist ein so widerlicher Sexismus, dass einem der Mund offen stehen bleibt. Und Dönmez unternahm in weiterer Folge auch gar nicht den Versuch, eine Fehlinterpretation in den Raum zu stellen. Wohl wissend, es gibt keine andere Deutung als jene des ekelhaften Herrenwitzes gab. Prompt verbreitete sich der Kommentar in den sozialen Netzwerken und machte nicht nur ein ekelhaftes Gedankengut sichtbar, sondern auch die Idiotie, das auch noch festzuschreiben. Die Konsequenz eines solchen erbärmlichen Fehltritts ist klar, da müssen wir gar nicht lange über türkise Werte oder moralische Verantwortung von Parlamentariern diskutieren: Rücktritt. Ob der Kanzler oder sonst ein Wegducker aus der Partei dazu etwas sagt oder nicht, ist einerlei, Dönmez müsste ohne Wenn und Aber augenblicklich gehen. Es wundert jedoch nicht im geringsten, dass der entlarvte Sexist keine Sekunde daran denkt. Statt dessen entschloss er sich (gezwungenermaßen?) zu einer Tweet-Trilogie, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Und merkte gar nicht, wie sehr er seine Jenseitigkeit noch befeuerte. Dönmez schrieb: „Mein Tweet über Frau Chebli hat für wilde Interpretationen gesorgt (wilde Interpretation? Als wäre bei dieser Eindeutigkeit Platz für zweideutige Erkenntnisse). Es war niemals meine Absicht, Frau Chebli wegen ihres Geschlechts oder ihrer politischen Parteizugehörigkeit zu diffamieren (was sonst?), wenn diese so aufgefasst wurde (er schreibt im altbekannten Haider-Stil nicht „ich habe es aber getan“, sondern definiert lediglich die Möglichkeit, dass es so aufgefasst hätte werden können), entschuldige ich mich aufrichtig dafür. Frau Chebli unterstützt mit ihrer Art der Politik (SPD) seit Jahren direkt und indirekt reaktionäre Muslimverbände. Welches Frauenbild da vertreten wird, brauche ich nicht näher zu erläutern (das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen … in der vermeintlichen Entschuldigung für sein Frauenbild einer schwanzlutschenden Karrieristin kritisiert er zur Rechtfertigung als Allgemeinplatz ein anderes Frauenbild). Nicht die Herkunft oder das Geschlecht steht zur Diskussion (doch, genau das stellt er mit seinem Sexismus in den Fokus), sondern die Einstellung (die was genau mit Oralverkehr zu tun hat?). Aufgrund der ausgelösten Diskussionen (es gibt in Wahrheit keine Diskussionen, sondern ausschließlich den Vorwurf eines offensichtlichen Übergriffs und die Forderungen nach Rücktritt) sehe ich im Nachhinein, dass ich Frau Chebli herabgewürdigt habe (denken im Vorhinein würde helfen). Das war ein Moment der Schwäche (was für ein selbstmitleidiger Verharmlosungsdreck … der starke Mann macht sich zum Opfer), absolut falsch von mir, und dafür entschuldige ich mich bei ihr aufrichtig (so sieht Aufrichtigkeit aus?) und bei allen, die sich dadurch verletzt fühlen.“ Und damit will Efgani Dönmez durchkommen. Ein jämmerlicher Text für die Absolution. Ich bin gespannt, ob es sich dabei tatsächlich um das letzte Wort handeln wird. Aber um ehrlich zu sein: Ein koalitionäres Aussitzen des sagenhaften Sexismus ist wesentlich wahrscheinlicher als ein lautes und deutliches „Stop, hier wurde eine rote Grenze eindeutig überschritten“. Das nennt sich neuer Stil.

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01.09.16:08
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Tag 244 - Mannsbilder im TV

Es war ein sehr besonderer Abend. Über viele Tage lang baute ich eine ungewöhnliche Nervosität auf, weil die vor mir liegende Herausforderung eben eine seltene Gelegenheit darstellte. Ich wurde für die ORFIII-Sendereihe „Kabarett im Turm“ eingeladen, den „Abend mit einem Mannsbild“ aufzuzeichnen, was einerseits eine große Ehre und Chance ist, andererseits aber auch den Druck, keine Fehler machen zu wollen, auf allen Ebenen erhöhte. Dagegen kann man sich mit keinem Vernunftcredo der Welt schützen. Und so musste ich mein 100-Minuten-Programm auf die Hälfte kürzen, was den Arrangeur und Kompositeur in mir wachküsste, denn klarerweise will jeder Bühnenmensch in so einem Fall mit einem Best-Of eine Empfehlung abgeben. Wenige Stunden vor Beginn der Aufzeichnung war ich dann fertig – mit dem Umstellen, dem Textlernen und den Nerven. Und dann reiste ich los. Aber schon nach einem Kilometer meldete mir das Display im Auto: Reifendruck prüfen. Aha, dachte ich mir, und: Werde ich morgen gleich erledigen. So weit kam es aber nicht. Denn schon bald vernahm ich ein Rumpeln, das mich zu einer Überprüfung veranlasste. Und siehe da, ein Platter links hinten. An ein Weiterfahren nicht zu denken. Das braucht man so kurz vor einem wichtigen Auftritt. Ich parkte das Auto ein, löste ein Kurzparkzonenticket und rief ein Taxi. Das wollte nach drei Minuten da sein, traf aber erst nach sieben Minuten ein. Fröhlichkeit sieht anders aus. Wir fuhren durch dichten Verkehr, der Produzent meldete sich bereits angespannt am Telefon, wo ich sei. Dann traf ich endlich beim Ringturm ein, wo in 70 Metern Höhe über den Dächern von Wien die Show stattfinden sollte. Ich wollte zahlen … aber in meinem Börserl war kein Geld mehr. Das hatte sich meine Frau am Vormittag herausgenommen und - „upsi“ - vergessen zu sagen. Danke Visa. Ich flitzte hinein und fuhr mit dem Lift hinauf. Schminken. Soundcheck. Interview, Wordrap und Promo für ORFIII, dann kamen schon die Gäste. Vor den Fenstern setzte strömender Regen ein, und ich dachte mir nur: Bitte, was ist das für ein Abend. Während der Kollege Austrofred (der vor mir mit der Aufzeichnugn dran war) unterhielt, sah ich mir zwischen meinen Memorierpausen das Rapid-Spiel in Bukarest an … 0:1 … 0:2, das Europacup-K.o. War nahe. Mehr verpatzte Generalproben kann es nimmer geben, war mein Gedanke. Mein Auftritt (im Jänner im Fernsehen) muss also ein Hit werden. Und obwohl man sich hundert Mal einreden kann, dass man die vielen Kameras im Saal einfach ignorieren soll, es funktioniert nicht. Als ich auf die Bühne kam, war ich noch fiebriger als ich es sonst sowieso schon bin. Und wieder stand in flammender Schrift am Firmament: Warum um Himmels Willen tust dir das alles an? Die Antwort darauf ist einfach: Weil sich die Nervosität mit dem ersten Lacher legt, weil es unendlich faszinierend ist, sich mit den eigenen Texten einem Auditorium zu stellen, und weil es ein grandioses Gefühl ist, von einem Publikum bis zur Erlösung getragen zu werden. Ja, der Abend war phantastisch. Es sollte eine gelungene Performance werden, eine wunderbare Erfahrung. Und ein ermutigender Auftakt für einen amüsanten Bühnenherbst. Im Oktober wird es in Vöcklabruck, Salzburg, Tulln und Wr. Neustadt ernst … pardon … lustig.

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31.08.12:21
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Tag 243 - Begräbnis ohne Trump

Was für eine Symbolik! Was für ein Signal zum Zustand der USA! Ein Todesfall offenbart das zerfurchte Gesicht einer großen Nation! Denn Faktum ist, dass um den vor wenigen Tagen verstorbenen Senator John McCain getrauert wird, als wäre er viele Jahre lang Präsident des Landes gewesen. Manche Beobachter meinen sogar, die Aufbahrung in der Rotunde des Kapitols, die bis dato nur 30 Amerikaners zuteil geworden war, würde an einen Staatsakt erinnern. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass nicht nur George W. Bush am Sarg des populären Politikers sprechen wird, sondern auch Barack Obama. In den USA gibt es derzeit kein Thema, das so beherrschend ist, das Fernsehen überträgt die Trauerfeierlichkeiten live, Republikaner wie Demokraten verneigen sich vor McCain. Einer wird das jedoch ganz sicher nicht tun: Donald Trump. Der amtierende Präsident der Vereinigten Staaten ist nämlich offiziell nicht eingeladen. Was für eine öffentliche Demütigung? Und was für ein Indiz darauf, wie gespalten das Land ist, wie die Zerstrittenheit über den Tod hinaus eine Gesellschaft prägt. Denn immerhin galt gerade John MacCain als Republikaner trotz zahlreicher kantiger Betrachtungen als Identifikationsfigur für Überparteilichkeit und den Versuch, dem Miteinander zu einer dringend benötigten Renaissance zu verhelfen. Genau das spürt man in diesen Tagen, wenn dem Verstorbenen in einem Maß Respekt und Dank gezollt wird, das weit über ein übliches Kondolieren hinausgeht. Aber alles ohne Trump. Denn McCain wollte es so. Jener einstige Präsidentschaftskandidat, der zwar die radikale Teaparty-Fronfrau Sarah Palin im Jahr 2008 zu seiner Vize-Kandidatin machte, diese Entscheidung später jedoch als monumentalen Fehler vor der gesamten Weltöffentlichkeit bereute. Eine Aktion, die nicht hätte sein müssen, die McCain aber enorme Anerkennung brachte. Eine Selbstreflexion, die seinem ewigen Widersacher Trump stets unmöglich war und wohl auch für alle Zeit unmöglich bleiben wird. McCain jedenfalls hat seine eigene Trauerfeier schon vor Monaten selbst konzipiert und - wie es mittlerweile immer deutlicher wird - sie so angelegt, dass sie zu einem Symbol der Einigkeit werden sollte. Auch, so sagen es die Kenner, um einen Beitrag zu leisten, zur Überwindung von Spaltung. Nun müsste man meinen, er hätte aus diesem Grund erst recht einen wie Donald Trump zulassen müssen und auf die Bloßstellung verzichten. Aber er ahnte und befürchtete wohl, dass dieser eine solche Geste niemals als Zeichen der Versöhnung interpretiert hätte, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit als selbstverständlichen Akt der Demut vor dem Amt des US-Präsidenten und in weiterer Folge vor Trump selbst. Diese erwartbare Selbstinszenierung verhinderte McCain posthum. Und so kann für den Trotzkopf aus dem Weißen Haus, der stets nur verächtlich über seinen Kollegen gesprochen hat, bei einer Totenfeier kein Platz sein. Ob das die richtige Entscheidung war? Ich finde, frei von jedem Gedanken persönlicher Genugtuung, nicht. Denn ich glaube fest an jene Vergebung, die spätestens am Sterbebett Wahrhaftigkeit erlangt, erlangen sollte. Aber andererseits, wer sind wir, dass wir anderen Menschen unsere Ideale abverlangen wollen? In Spiegel Online habe ich gelesen: "Trump ist kein Anführer, der Tugenden wie Respekt, Toleranz und Fairness verkörpert. Es gibt in den USA an oberster Stelle eine dumpfe Leere, die bei den Trauerfeierlichkeiten für McCain auf beschämende Weise sichtbar wird. Vielleicht ist das Trumps treuesten Anhängern egal, aber das restliche Amerika wird die Botschaft verstehen. John McCains Trauerfeier könnte Trump deshalb politisch mehr schaden, als er jetzt vielleicht annimmt. So war es von McCain wohl auch gedacht. Der störrische Senator aus Arizona erweist seinem Land so noch einen letzten Dienst." Aich dieser Gedanke ist ganz sicher würdig und recht.

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30.08.17:10
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Tag 242 - Sarrazin und Ebola

Thilo Sarrazin hat also wieder einmal ... nun, wie soll man es nennen ... ein Buch geschrieben. Es heißt "Feindliche Übernahme", handelt von der islamischen Gefahr und soll die radikalisierte Fortsetzung des radikalen Erstlings "Deutschland schafft sich ab" sein. Ich habe die 500 Seiten nicht gelesen, und so maße ich mir auch kein detailiertes Urteil an. Aber ich habe die Rezension in der Süddeutschen Zeitung von der wunderbaren Sonja Zekri gelesen, und zwar gleich zweimal. Titel: "Deutschland braucht dieses Werk so dringend wie einen Ebola-Ausbruch". Und ich finde, brillianter kann ein Text kaum formuliert werden. Es reicht auf jeden Fall aus, um zu wissen: Im Namen meines eigenen Seelenfriedens werde ich darauf verzichten, mit dem Kauf des Buches, dass Strache schon eifrig bewirbt, Sarrazins Hass zu füttern. Das werden ohnehin viel zu viele Menschen tun. Der Verzicht auf die Lektüre wird für mich in diesem Fall daher umso mehr zur Pflicht. Diesbezügliche Empfehlungen gebe ich freilich keine ab, nur so viel: Diese SZ-Analyse scheint mir unverzichtbar.

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